Weit ab von den Geräuschen eines zivilisierten Lebens bietet sich mir hier der Billabong des "Emu Creeks" zum Verweilen in der Stille.
Das erschaffende Element Liebe/r Als ich gestern, nach schonungslos eingesetzter Ignoranz der Aussagen eines großen Schildes am Eingang in dieses
Naturreservat (für Wohnwagen nicht geeignet), trotzdem hineinfuhr und den Campingplatz am Ufer des gigantischen Tinaroo Dams erreichte, hob mich die Stille des umgebenden Waldes und die große Wasserfläche, nach einem ganzen Tag im Industriegebiet, auf eine andere Ebene der Wahrnehmung. Großzügig und gewissermaßen mit einer Selbstverständlichkeit, nahm ich meinen Stellplatz in Anspruch, stellte meinen Liegestuhl ans Ufer und ergab mich den natürlichen Eindrücken der
Elemente.
Und natürlich war ich nicht allein. Immer wieder treffe ich Wohnwagenreisende, die, wie ich selbst, die Weiten dieses Kontinents genießen, um in intensiveren Kontakt mit ihrem Leben zu treten. Der Unterschied liegt wohl darin, dass uns für lange Zeit der Komfort so sehr fehlte, dass wir ihn als Maßstab unserer Lebensziele, für Jahrtausende über alles andere setzten. Es handelt sich also um eine
natürliche Entwicklung, in welcher selbst kriegerische Auseinandersetzungen ihren Platz haben und hatten. Inzwischen sind wir an einem Ort der zeitlichen Entwicklung angelangt, der uns befähigt, uns selbst, und alles was sich im Laufe der Jahrmillionen entwickelte grundlegend auszulöschen. Gerade so auszulöschen, als wenn es nie existiert hätte. Gleichzeitig aber finden wir, mit wachsender Sicherheit, aus den Katakomnen und Irrwegen einer unterirdischen
Wahrnehmung, in die Welt, deren Entwicklung auf dem Einsatz faszinierender Intelligenz beruht, welche sich überall zeigt und alles, einschließlich uns menschlicher Wesen hervorbringt.
Und so zeigt sich das Verständnis der vielleicht 120 Einwohner eines Dorfes, für die Bedürfnisse der "Reisenden Bevölkerung" indem sie den Grünwuchs mäht und ein Buchgeschenk macht, mit der Aufforderung, den Müll richtig zu entsorgen.
Die Konfrontation mit dieser einzigartigen Intelligenz, neben dem, oft einfältigem Verhalten selbstsüchtiger Wesen, deren Ziel allein die Zukunft ist, während sie die ultimative Zukunft, die Vergänglichkeit des Körpers, beflissentlich zu vergessen sucht, verhilft uns, langsam aber sicher, das Leben und seinen Ursprung ins richtige Verhältnis zu setzen. Wir werden tatsächlich zu dem, was wir schon
immer waren. Und es ist wunderbar, unvergänglich und schön ohne Gleichen! Öffnen wir also unsere Sinne noch weiter als bisher! Erkennen wir, was es bedeutet eine sinnliche Erfahrung zu machen. Seine Bedeutung liegt allein in der Wahrnehmung selbst! Um diese zu registrieren, bedarf es des Wissens darüber, eine lebendige Erfahrung zu machen. Und obwohl die Tragweite dieser Erkenntnis über alle Grenzen gewöhnlicher Wahrnehmung des Menschen
hinausgeht, ist sie dennoch lapidar! Ja, sie ist so gewöhnlich, dass man fragen könnte: "Warum des Aufsehens? Ist das Leben nicht ohnehin schon ein Jewel?"
Wie der Traum vom Paradies entfalten sich die Bäume des angrenzenden Regewaldes am Ufer des Tinaroo.
Und hier berühren wir einen entscheidenden Bereich unseres Selbstverständnisses. Das Leben ist schön, ohne Frage. Sich zu bewegen, zu atmen, stillzuhalten nach Bedarf und kreativ zu denken, ist ohne Zweifel ein beglückender Sonnenstrahl, der in den kühnsten Fantasien keines Gleichen findet. Und dennoch bedrohen und vergewaltigen wir einander seit Jahrtausenden. Selbst die Ureinwohner
Australiens, die Aborigines, hassten, überfielen und erschlugen Ihresgleichen anderer Stämme. Schon vor vielen Jahren, von den Erzählungen Karl Mays begeistert idealisierte ich das Leben der Ureinwohner und fragte mich, warum das Göttliche es wohl erlaubt, dass man solche Menschen gewaltsam in ein anderes Leben zwingt. Heute weiß ich, auch das gehörte zur Entwicklung. In Anbetracht dessen, dass wir und die gesamte Welt eine Form der Energie sind,
und Energie nicht verloren gehen kann, wird verständlich, dass aus der Sicht des Ursprungs eine Beurteilung der Erscheinung nicht angebracht ist. Sie kehrt ohnehin zu dem zurück, aus dem sie entstanden ist.
Durch eine Wasserfläche wie diese, leistet der "Tinaroo" einen wesentlichen Beitrag zur Bewässerung der angrenzenden Obstplantagen. Hier wachen Mangos, Avokados und jede andere begehrte Frucht. Dazu ist das Klima tropisch, was im gegenwärtigen Winter sehr gut erträglich ist.
So kommt es, dass wenn wir uns selbst, und die Welt um uns herum, aus der Sicht einer intelligenten Quelle betrachten, alles gut ist! Alles ist gut! Und in dem Wissen, das alles gut ist, gehen wir in die Welt und bringen, allein durch das Wissen selbst, das Gute in die Welt. Und natürlich ist diese Quelle intelligent. Sie muss es quasi sein, weil das was sie hervorbringt intelligent ist. Nun
lasst uns diese Intelligenz dazu einsetzen, das Grundelement unserer Beschaffenheit anzuerkennen und anzunehmen. Wie schon erwähnt, liegt jeder Erfahrung das Wissen zugrunde sie zu machen. Ohne das Bewusstsein eine Erfahrung zu machen, gäbe es keine Erfahrung. Sobald wir das Wissen über unsere Erfahrung stellen, erleuchtet unsere Gegenwart! Und zwar nicht, weil wir etwas erkennen, was allein wir haben, sondern weil wir das vereinigende Element zwischen
uns und anderen, sowohl, als auch zwischen uns und allem anderen in der Welt erkennen. Jetzt fängt das Leben an!
Kleine Fische tuen sich hier an den sich lösenden Hautresten meiner Beine gut. Eine willkommende Erfrischung und nicht zu vergleichen mit den Auswirkungen welche von Salzwasser-Krokodilen verursacht werden.
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Herzlich für Euch von Down Under
Richard C Rickert
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