Eine Schotterpiste die ins "Irgendwo" führt. So weit, weit, weit ist das Land. Und wieder kommt keiner! Tatsächlich entpuppte sich diese Piste als flacher, als so manche Apsphaltstraße.
Die wunderbare Wirklichkeit! Liebe/r Soeben beendete ich das Lesen eines australischen Krimi. Fast würde ich sagen oberflächlich in den Tiefen der menschlichen Psyche. Ich musste ihn lesen, obwohl ich mich sonst so gar nicht auf
diese verkorksten Welten einlasse. Am Ende spricht dann der Sargent Detective der Mord-Kommission mit Nell, seiner Partnerin, und erwähnt beiläufig, dass das Leben eine Lehrnkurve ist. Worauf sie antwortet: "Das klingt sehr philosophisch!" Du siehst worauf ich hinaus will. Wenn das Philosophisch ist, behandeln wir hier Themen, die weit, weit, weit aus dem Konzept eines bürgerlichen Lebens fallen. Und Du, der Du meine Zeilen liest, setzt Dich mit Dingen
auseinander, deretwegen wir eigentlich glauben ein menschliches Leben zu führen! Nein, auf keinen Fall gehören die üblichen Verhaltensweisen eines Person identifizierten, menschlichen Wesens zu den Aufgaben unseres Lebens. Sie zu überkommen, wäre da eher die Aufgabe. Wir suchen unsere (weltliche) Sicherheit in Dingen, Personen, Status und Anerkennung. All diese sind genauso vergänglich wie unser Körper selbst. Vergänglich in diesem Zusammenhang bezieht sich auf
das, was bedeutungslos im Raum hängt. Es erscheint, und verblasst in den Weiten des Alls. Oft bevor es auch nur ein winzige Spur hinterlassen hat.
Vier Dingos (die Wildhunde Australiens) hatten sich hier an einem wohl vergifteten Wildschwein gütlich getan. Farmer inzinieren solche Ereignisse, um ihre Rinder oder Schafherden vor den Zähnen der Dingos zu schützen. Das so erzielte Ergebnis zeigt was allem anderen auch blüht.
Woher ich das weiß? Das frage ich mich gerade selbst! Nun, immerhin fällt es mir inzwischen nicht mehr schwer den Zusammenhang zwischen dem was uns erfüllt, und dem entsprechenden Verhalten herzustellen. Wer Liebe spürt, muss ihr wohl nahe sein. Wer Frieden hat, der kann ihn auch weitergeben. Wer glücklich ist, muss etwas von der nicht sterblichen Seele verstanden haben und wer Freiheit lebt, der
sollte sie kennen! Damit will ich keinesfalls sagen, dass ich etwas habe, was Du nicht hast. Du magst vielleicht nicht wissen dass Du es hast, aber haben tust Du es bereits. Wir alle sind eine "materielle" Reflektion des Universums. Und was ist das Universum? Es ist die Ganzheit die jedem Detail zu Grunde liegt. Der Buddha fragte seinen Schüler, ob er glaube, dass er – der Buddha – in den Zeiten seiner Lehre mit dem großen Buddha Dipankara etwas erreicht
hätte. Da antwortet der Schüler: „Nein, Herr, was es zu erreichen gibt, dass haben wir bereits von Anfang an.“ Die Illusion das etwas fehlt, löst sich auf, wird zunehmend transparent, indem wir zu uns selbst erwachen. Es ist niemals etwas, was von außen kommt. Uns mag es so vorkommen, als wenn wir etwas dazu lernen und damit die Einsamkeit erlösen und endlich wieder ganz werden. Tatsächlich jedoch, sind wir bereits eines und beinhalten das Ganze! Die Illusion des
Mangels entsteht ausschließlich aus der Identifikation mit dem denkenden Intellekt. Nun ist diese ja keine Zufallserscheinung. Das Ganze, das Universum, das Göttliche inventierte diese Entwicklung sodas es sich scheinbar von sich selbst entfernen kann, um dann wieder zu sich zurückzukehren. Was wäre eine Geschichte, wenn sie keinen Spannungspunkt hätte?
Und warum empfinden wir dieses Farbenspiel der Natur als schön? Weil es die Grundeigenschaften unserer Seele reflektiert. Das ist, was wir sind!
Und jetzt kommt für uns alle eine entscheidende Erkenntnis, welche eine Schlussfolgerung aus der Sicht des Ganzen darstellt: Da das Ganze bereits ganz ist und immer ganz bleibt, die Illusion der Trennung also eine vorübergehende Illusion ist, können wir uns an allem unverhohlen freuen, da wir wissen, alles bleibt für immer gegenwärtig. So darf ich mit dem Tod meiner Eltern und
Geschwister umgehen, und sehe meinem eigenen, körperlichen Ableben mit ähnlicher Gelassenheit und sogar Freude entgegen. Vor langer Zeit einmal gab ich Die physikalische Wirklichkeit zum Besten. Demnach besteht ein Atom zum größten Teil aus Raum. Nur der winzigste Anteil (etwa 0,00001%) besteht aus schwingender Energie. Wir sind also tatsächlich einem Gedanken, oder einem Traum ähnlicher als der Materie, wie wir sie erfahren. Und warum erfahren wir sie dann
so? Weil der für uns wesentliche Teil eine Schwingung ist und sich dadurch als Materie manifestiert, welche, in dieser Welt, auf andere Schwingungen trifft und diesen dadurch als Widerstand begegnet. Ja, der Widerstand kann sich so heftig darstellen, dass eine der beiden Schwingungen daran zerschellt, oder sogar beide zu Schaden kommen. Darum jedoch bleibt die so erfahrene Materie trotzdem eine Schwingung.
Wälder wie dieser, durchsetzen eingezäunte Weiden, die sich über viele hundert Quadratkilometer erstrecken. Hier im Norden von Queensland weiden große Herden von weißen Brahman-Kühen. Sie sind an dieses Klima am besten angepasst.
Um nochmal auf die sogenannte philosophische Sicht zu kommen. Unsere Physik, welche die Erscheinung so wiedergibt wie sie sich darstellt, kann uns also als Grundlage für eine spirituelle Erfahrung dienen. Ohnehin ist die Trennung von Spiritualität und Wissenschaft eine illusionäre. In der Welt, in der wir uns befinden gibt es keine Trennung. Weder das Materielle noch das Spirituelle lässt sich
voneinander trennen. Alles geht nahtlos ineinander über und ist ein Ganzes. Da sich für uns die Problematik des Lebens ausschließlich in unserer Gedankenwelt darstellt, welche sich maßgeblich von der "Realität" unterscheidet, gilt es den Lernbereich unseres Lebens also auf das zu beziehen, welches durch Gedanken allein zu keiner Lösung findet. Damit sage ich nicht, dass der Weg über die Gedanken unzulänglich ist, sondern allein, dass wir nicht jedem gehegten
Gedanken Glauben schenken dürfen. Gedanken kommen und gehen, und kennen nicht unbedingt einen Zusammenhang mit der Person die sie hegt! Gedanken sind, ihrer Natur entsprechend immer darauf aus, Vergangenheit und Zukunft zu einem harmonischen Ganzen zu machen. Der einzige Zeitraum der für Gedanken unzugänglich bleibt, ist die Gegenwart. In ihr jedoch erleben wir das Leben. In ihr sind wir, waren wir und werden wir immer sein. Ein Gedanke kann also allenfalls auf die Gegenwart
hinweisen, worauf es unsere Aufgabe ist, das Denken einzustellen, um in der Gegenwart zu sein.
Oft sind es leichte Anhöhen, die sich durch Baumbestand hervortun. Was ich allerdings inzwischen lernen musste ist, dass die Australische Landschaft seit Jahrtausenden von den Ureinwohnern durch systematische Brandführung kultiviert wurde. Dadurch wurde Grasland - das Futter der grasenden Wirbeltiere - gefördert und Wälder eingeschränkt.
Im Englischen heißt es "Human Being" not "Human Doing". Das Sein jedoch fällt uns besonders schwer, obwohl es allein das Sein ist, was uns zu dem macht, was wir von Natur aus sind! Nun lasst uns zum Schluss noch einmal nahebringen was dieses Sein beinhaltet. Der historische Christ bezeichnete die Gegenwart des Schöpfers in uns mit einer Bewegung und einer Ruhe. Diese findet sich im Atem! Wir atmen ein und aus und
ruhen, gedankenfrei im Sein. Damit ist der Prozess vollständig und wir beginnen aufs Neue. Zu lernen, sich darauf zu beziehen, bedeutet den Kreislauf zu schließen, die Freiheit der Seele wieder herzustellen und das Leben zur Vollendung zu bringen. Viel Freude dabei!!!!
Meine Reise fand ihren Weg zurück in die Zivilisation in einem Kohleabbau-Städtchen "Collinsville". Hier rühmt man sich bis in die Neunziger Jahre noch "Pit-Ponies" in Gebrauch gehabt zu haben. Nun heißt es: "Pit-Pony" Capital of Australia.
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Mit herzlichen Grüßen von Down Under
Richard C Rickert
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