Von Weitem konnte ich bereits eine Hügelkette sichten und dachte bei mir: „Ach ja, natürlich, es handelt sich um eine Landschaftstasche, die ohnehin das Farmen schwer macht.“
Selbiges spielt aber absolut keine Rollen, denn der energetische Fußabdruck einer solchen Umgebung ist mitunter sehr mächtig.
So testete ich mit meinem Spaten den Boden abseits der Straße, sicherte ihn als tragend und bewegte mein
Fahrzeug dann ins Hinterland, wo es vom, sowieso kaum existierenden Verkehr, ungesehen geparkt werden konnte.
Mein Blick fiel nun wieder – und darum hatte ich diesen Ort gewählt – auf einen felsigen Berg, der sich unmittelbar südöstlich des gewählten Standorts befand.
Ohne großartige
Erwartung, und doch sicher, dass ich etwas zu sehen bekäme was mir bisher unbekannt war, stellte ich schnell meinen Rucksack zusammen und machte mich auf den Weg.
Schon nach den ersten Schritten musste ich meine Kamera herausholen um festzuhalten was mich begeisterte.
Schon bei meinem Aufenthalt im Mutawintji hatte ich gelernt, dass ich mich auf dem Boden eines Ur-Meeres bewegte. So sah ich die bodendeckende Geologie mit anderen Augen. Alles glitzerte von Quarzkristallen die sich als
Glimmer von anderen Kompositionen des Silizium hier absetzt. Dazu zeigte sich ein dunkler Schiefer, der in „dicken Stämmen“ halb aus dem Boden ragend, den Eindruck versteinerten Holzes machte. Neben diesem, vom Wüstenwind ausgehöhlte Steine.
Ich stand fassungslos! Die Härte des Steins schien mir unüberwindlich, und doch hatte der Wind ganze Felsen von ihnen ausgehöhlt.

Wie am Meeresboden, öffnet sich hier die Schieferformation und beherbergt kleine glitzernde Steinchen die vom Glimmer belebt in der Sonne leuchten.
So, von den bemerkenswerten Besonderheiten immer wieder aufgehalten näherte ich mich den gigantischen Felsen, die sich vor mir im Osten zu einem Berg auftürmten.
Der Eindruck wies auf einen Prozess hin, in dem sich das Ganze, wie Geröll, übereinander fallend in die Ebene bewegte. Nur das wir Menschen eben, aufgrund unserer Kurzlebigkeit, inmitten dieser Bewegung herumlaufen können, mit sehr geringer Gefahr uns durch fallende Steine zu verletzen.

Auch unter diesen Größen fand ich Brokken die weitestgehend ausgehöhlt zwischen ihren soliden Nachbarn liegen.
Und dann passierte etwas völlig Unerwartetes!
Unmittelbar vor mir saßen plötzlich zwei neugierige Rockwallebies, die scheinbar angstfrei auf ihrem Felsen sitzend mir entgegenblickten. Sie gehören zu einer vom Aussterben bedrohten Art und so wie mir klar wurde wo ich mich befand, wurde
deutlich warum.
Das spärliche Grün, welches ich hier und dort zwischen den Felsen fand wies sich zwar als Nahrungsquelle für diese Tiere aus, war aber doch, an ihrer Anzahl gemessen eher spärlich.
Während ich also meinen Weg über die Steine kletternd den sichtbaren Anhöhen entgegen machte, wurde ich von diesen Rockwallebies aufmerksam beobachtet. Da fiel mein Blick um die Wandung eines Felsen auf eine ungeahnte Anzahl von ihnen. Eine ganze Sippe hatte sich versammelt und machte
keine Anzeichen sich zu verstecken. Ich konnte in Ruhe Aufnahmen machen und fand unter ihnen auch jede Menge Jungtiere.


Schließlich erreichte ich, mich zwischen, in ihrer Position unsicher erscheinenden Felsen zwängend, die, aus solidem Gestein bestehende Höhe des Berges. Ich
nahm ein Foto von einer „verwitterten Gesteinsblase“, die wohl einmal so etwas wir Kalk enthalten haben musste. Die lange Zunge der Weißfärbung erstreckt sich noch heute unterhalb ihres Sitzes.