In Anbetracht dieser, für uns Europäer unglaublichen Wirklichkeit, muss ich ein paar philosophische Worte anhängen:
Was uns unsere durchaus sehr kostspielige Physik heute lehrt, ist die Beschaffenheit der Materie, die zu über 99% aus leerem Raum besteht. Der winzige Rest stellt sich als schwingendes elektromagnetisches Feld dar. So ist unsere Welt – wer will es wahrhaben? – einem Gedanken oder Traum ähnlicher
als dem, wofür wir sie halten, nämlich für fest.
Die Eingeborenen Australiens beschrieben die vergangenen, mindestens
40 000 Jahre als „Traumzeit“, und lagen damit der Wirklichkeit wahrscheinlich näherm, als wir ihr es bisher bewusst gekommen sind.
Dazu kommt, dass sie das Wesen, welches wir als Gott bezeichnen, als allgegenwärtig sahen und den Verlust des körperlichen Leben als eine Rückkoppelung mit diesem Wesen und als eine Heimkehr in andere, vielschichtige
Welten.
Dieses Wissen macht so manche Begegnung mit dem Tod zu einer erträglichen Angelegenheit, setzt ihn in Perspektive und öffnet Türen, durch welche die meisten von uns gern einmal einen Blick werfen würden.
Der erste Eindruck, den ich auf dem Western Ridge Walk gewann, vergrößerte tatsächlich mein Fragezeichen drüber, wie diese Menschen hier wohl überleben konnten. Das sie fast reine Fleischesser gewesen sein mussten, war mir klar, denn schmackhafte Triebe der Pflanzen
waren sicher nicht in großen Mengen zu ernten.
So trieb ich mich mit dem Gedanken an eine baldige Weiterreise, schrieb Texte in Englisch, und nahm innerlich schon Abschied von dem durchaus angenehmen Campingplatz auf dem ich mit meinem Gespann stand.
Dann riss mich die Energie von meinem Stuhl vorm Computer und ließ mich einen letzten Gang machen.
Mir fiel es buchstäblich wie Schuppen von den Augen, als ich meine ersten Schritte in die sich nun eröffnende Oase
entlang des Wasserlaufs nahm.
Schönheit und Lebensunterstützung gehen Hand in Hand, das wurde mir hier mal wieder überdeutlich.