Lebensfreude Neues zu sehen, neues zu erleben und dabei das Gefühl zu haben mitten drin zu stehen, ist ein Geschenk, das so nur von dem ausgehen kann, was zentral in der Mitte des Lebens steht. Dabei tue ich mich traditionell, das spricht von Gewohnheit und Prägung, doch immer wieder schwer, wenn es darum geht ins Blaue zu reisen. Für
mich sollten es vorhersehbare Dinge und Plätze sein. Nicht das ein gutes Planen immer im Dunkeln tappen würde, und somit überflüssig wäre. Nein, ich habe auch schon Reiseabschnitte erlebt, für die das Fingerfahren auf der Landkarte, sehr positive Resultate zeigte. Diese wurden jedoch immer, und immer wieder, von Reise-Ergebnissen und Erlebnissen ab und aufgelöst, die nach allem Erlebten doch unter den anderen hervorstanden. Das, was hier die Reise plant und
schlussendlich ausführt, ist immer und immer wieder mehr als wir erfassen können. So plante ich eine Tagestour in einen National Park, welcher zwar durch leicht verblichene Schilder ausgezeichnet war, aber keine Camp Möglichkeiten für mich und mein Gespann ankündigte. Ich stellte mir vor, daß ich meine Tour am Rande einer Dirtroad mitten im Wald beende, um dort, illegal für ein paar Tage zu übernachten.
Es kann durchaus sein, dass ich dieses Bild schon einmal zeigte. Es ist die "Traumzeit" die hier ausreichend dargestellt wird, die mich dazu veranlasst es nochmal zu wiederholen. Seht Ihr die über Jahrmillionen verwitterten Steine, quasi zeitlos zwischen den Bäumen liegen. Dazu kommt das Licht, welches genauso zeitlos auf alles fällt!
Die Wirklichkeit zeigte sich dann völlig anders. Ein frisch asphaltierte Straße - hier im Outback durchaus eine Besonderheit und in Betracht der sich anhäufenden Auto-Reparaturkosten durchaus sehr willkommen - führte uns glatt und fast fliegend zu einem weiteren, diesmal brandneuem Schild, welches die Sehenswürdigkeiten der Aborigine hinterlassenen Kunst in Höhlen ankündigte. Gute Schotterpiste brachte uns mit
heilen Reifen und ohne Sumpf zu einem gut organisieren Informationsplatz. Dort durfte ich dann über die Geschichte der angrenzenden Landschaft lesen und mich so vorbereiten auf das, was es dann zu sehen gab.
Meine Gedanken zu den Aussagen der Nachkommen dieser indigenen Völker, waren zunächst annehmend und dankbar, bis sich schließlich die Realität der Geschehnisse in der Zeit näher kamen und sich ein neues Bild der Gegenwart formte. Wenn es außer dem Einen, der/die sich in
allem manifestiert und sichtbar macht, dem, der in Form reinen Bewußtseins überall formlos, zeitlos und frei von Raum gegenwärtig ist, wenn dieser/diese also - welche ja intelligent sein muss - menschliche Wesen hervorbringt, die im Einklang mit ihrer natürlichen Umgebung für Jahrtausende leben, von eindringenden Europäern niedergemetzelt und ihrer Traditionen beraubt werden. Was hatten diese Völker, die ja nun schließlich auch unmittelbar der einen formlosen Quelle entsprangen, zu
lernen? Mein Eindruck, daß es im Leben um's lernen geht, und zwar darüber, übers Leben selbst, und damit über seine Quelle zu lernen, steht nach wie vor fest. Ich kann mir zwar vieles nicht erklären, bleibe aber bei der Erkenntnis, daß ich in direktem und unmittelbarem Kontakt zu dem stehe was mich leben läßt.
Dierser knorrige alte Baum zeigt mit seinen ausgreifenden Wurzel wie vehement er sich im Leben hält. Mehr als einmal haben die Wassermassen des Darling versucht in hinwegzureißen.
Dazu hätte ich noch gern Folgendes gesagt: Ihr wißt es alle, und doch sagt meine Erfahrung mir, daß auch ich es immer wieder hören muss. Unsere Fähigkeit uns als "Ich" zu identifizieren, bedeutet keinen Falls daß wir tatsächlich getrennte Wesen wären, die separiert von allem anderen ein unabhängiges Leben gestalten könnten. Die materiellen Bausteine unseres Körpers weisen überdeutlich auf den Zusammenhang
hin. Zellen die zu Millionen vergehen und neu Entstehen. Gleichzeitig kommunizieren sie mit zirka Einhunderttausend Signalen pro Sekunde miteinander, und halten damit solch umfangreiche Prozesse in Gang, daß selbst wenn wir wollten, wären wir nicht in der Lage sie mit unserem Intellekt zu erfassen. Ich könnte tatsächlich noch wesentlich weiter ins Detail gehen, um darzustellen wie wenig selbst kontrolliert wir tatsächlich sind. Unser "Ich", welches an Namen und Status gebunden ist,
als getrennt von seiner Quelle zu sehen, ist eine der größten Illusionen derer der Mensch verfallen ist. Leider hat sie fatale Konsequenzen, kann aber nicht ungebunden vom Willen des Einen gesehen werden. Erkennen wir die Ewigkeit der individuellen Seele - welche eine weitere Form, der endlosen Formen im Geiste der Schöpfung ist - dann machen die Dinge der Welt auf einmal einen anderen Sinn. Der Stich des Todes und die damit einhergehende Angst verlieren sich plötzlich und
machen Raum für die ungebundene Freude des Lebens.
Ich denke, selbst in diesen Kieseln, die ja von fließendem Wasser aus einem kantigen Kristall geschählt wurden, drücken eine gewisse Lebensfreude aus. Und tatsächlich ist es ja die Schwingung der einen Kraft, aus deren Bewußtsein alles hervorgeht, die ihnen diesen Ausdruck verleiht.
Und damit wir aus dieser Erkenntnis nicht in der Unendlichkeit verloren gehen, möchte ich anhängen, daß es die Empfindung der Liebe ist, welche identisch mit ist mit dem, alles verbindenden, ewigen Sein. Unsere Natur ist, friedlich, voller Freude und unendlich frei! Lebensfreude wird also durch unsere Erkenntnis zu einer Qualität die wir sind!
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Ganz herzlich an Euch von Down Under
Euer Richard C Rickert
rixriwa@gmail.com
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