Die kleinen Straßen, solche, auf denen es so gut wie keinen Verkehr gibt, führen oft durch die landwirtschaftlich geprägten Gegenden. Ich muss sagen, dass dieses Bild der Wirklichkeit leider nicht gerecht wird. Der Blick über ein 20 km breites Feld, ist halt in der Wirklichkeit doch wesentlich anders.
Der Unterschied, Foto und Wirklichkeit Liebe/r Weihnachten bei Freunden in Melbourne segneten meine Tage mit viel Gelächter und leichten Stimmungen. Weil es mich aber, trotz ächzender Knie zu
Wanderungen drängte, blieben die nachhaltigen Wehen nicht aus… Ich muss lachen, wenn ich daran denke. Insgeheim mache ich meine Zuckerleckerei dafür verantwortlich. Geht Weihnachten auch ohne? Obendrein ohne Alkohol? Na, ein Wein-chen muss doch drinsitzen, oder sind wir inzwischen fanatisch geworden? Nein, nein, die allermeisten Zutaten des Lebens kommen auch beim Verbraucher an. Deswegen muss man das Wesentliche nicht vergessen. Und was ist das Wesentliche? Nun, ich würde es gern
an einem Beispiel lebendig machen. Jeder hat schonmal die tiefgehenden Fotos einer Urlaubsreise betrachtet. Ganz besonders die Sonnenunter – oder Aufgänge scheinen deutlich ein echtes Erleben wiederzugeben.
Ich denke, dieses Bild des frühen Morgens in der Wüste zeigt deutlich was ich meine.
Wie hätte der Fotograph den Grund für ein solches Bild erkennen können, hätte er/sie diesen nicht irgendwie innerlich reflektiert. Richtig!?
Richtig ist das auf jeden Fall, bleibt nur festzustellen, dass das, was da stattfindet in aller Konsequenz in einem Foto nicht festgehalten werden kann. Das scheint mir eine reflektierungswürdige Wahrnehmung! Was ist es denn, was die Wirklichkeit von einem Foto
unterscheidet? Der förmlich und farbliche Inhalt eines Fotos gibt wahrheitsgetreu den tatsächlichen Gegenstand, das Objekt der Fotographie wieder. Und doch fehlt etwas. Wir wissen es natürlich alle, und halten diese Feststellung auf den ersten Blick für nicht einmal erwähnenswert. Gehen wir dieser Tatsache jedoch auf den Grund, flackert in uns eine Wahrheit auf, die so tatsächlich nur und ausschließlich in der Wirklichkeit der Welt zu finden
ist. Natürlich geht es mir hier weniger um die Wirklichkeit eines Sonnenuntergangs, obwohl dieser alle Attribute des augenblicklichen, lebendigen Geschehens beinhaltet.
Schauen wir uns jedoch selbst an, vertiefen wir uns in unsere Wahrnehmungssinne, also lassen unseren Körper spontan auf uns wirken, nimmt der Gedanke der Wirklichkeit sofort einen anderen Charakter an.
Somatische Therapien zum Beispiel sind darauf abgestimmt Körperwahrnehmungen zu aktivieren und somit dem Patienten eine neue Perspektive zu vermitteln. Das Gleiche wird durch
Achtsamkeits-Meditationen vermittelt. Eine der Bekanntesten buddhistischen Techniken dürfte die Vipassana Meditation sein. In ihrer Anwendung wird der gesamte Körper wie mit einem Wahrnehmung-Microskop gescannt, um feinste Wahrnehmungen ins Augenmerk des Meditierenden zu rücken.
Die Folge: Eine wesentlich feinere Aufnahme der gegenwärtigen Umwelt, und damit der Menschen, mit denen wir unser Leben teilen.
Gelingt es uns den Unterschied zwischen Fotographie und
lebendiger Wirklichkeit in unsere gegenwärtige Wahrnehmung zu rücken, findet eine grundlegend, positive Veränderung in unserem Leben statt. Die Feststellung das „Veränderung“ Sinn und Ziel unsere Lebens beschreibt, setzt vielfach voraus, dass wir dem Leben angstfrei begegnen. Ängste jedoch finden auf sehr feinen, oft versteckten Ebenen unseres Geistes und dessen Wahrnehmung statt. Um diesen feinen Ebenen habhaft zu werden, und sie eventuell
beeinflussen zu können, bedarf es eines konstanten Bezugs durch den gesamten Ablauf unseres Lebens. Welch besseren, dauerhaften und verlässlichen Bezug können wir uns vorstellen, als den der Lebensquelle selbst!? Natürlich bleibe ich diesbezüglich eher vage. Mit acht Billionen Menschen wird und muss es genauso viele verschiedene Ansätze geben. Wie kann ich in die Wahrnehmung eines Menschen blicken, dessen eigene Wahrnehmung ihm/ihr oftmals unbekannt
ist? Und doch schreibe ich über einsetzbare Techniken, die unweigerlich zur Befreiung aus den Engen des Ego führen. Wie in jedem Handwerk, gibt es eben auch für den geistigen Fortschritt des Menschen Geschicklichkeiten, die von vorausgegangenen Generationen geprüft, funktionieren. Diesbezüglich dürfen allenfalls die Ansätze, welche zum Beispiel über den sensorischen Körper stattfinden können, genannt werden.
Meine Freunde in Melbourne lieben Ihr Leben wie es ist, und ihr Hund zeigt immer Bereitschaft etwas zu empfangen. Genauso sind unsere Kinder auch, nicht wahr!
Wichtig ist doch allein, dass wir verstehen, dass es solche Methoden gibt.
Und beziehen wir diese auf die Information, die wir täglich wie geistige Nahrung zu uns nehmen, dann stellt sich deutlich heraus, was diese mit uns macht und vielleicht sogar, durch welche wir sie ersetzen sollten, um dem beschriebenen Bild des angstfreien, fortschreitenden Menschen immer deutlicher zu entsprechen.
Ich weiß, mit solchen Äußerungen rutsche ich leicht in die Falle des Missionierenden. Ähnliches jedoch möchte ich natürlich beflissentlich vermeiden. Wer sich nicht verändern will, der verändert sich auch nicht! So nützt das Missionieren offensichtlich wenig in der Bemühung Menschen zu Freunden zu machen, oder ihnen zu „helfen“ in Bereichen, in denen sie sich nicht helfen lassen wollen.
Wer jedoch angstfrei ein erfülltes
Leben leben will, der sollte sich den Unterschied eines Fotos zur wirklichen Welt täglich vor Augen führen. Wir sprechen hier von einem praktischen Ansatz, den Ursprung des Lebens für unseren wahrnehmenden Geist sichtbar zu machen. Es handelt sich hier natürlich um einen Ansatz, der, in aller Konsequenz, dann weitere Wege öffnet, um einer tatsächlichen Entwicklung Raum zu geben.
Ich dachte, dieser Baum - ein echter Gostgum - gibt ein wenig von der oft malerischen Landschaft wieder. Hier landeten die hungernden Iren zwar zwangshaft, und mussten oft, für geringfügige Vergehen Jahre leiden, zu guter Letzt jedoch landeten sie im Paradies, so großflächig und voller Entwicklungsmöglichkeiten muss sich Australien für sie dargestellt haben.
Die Essenz der Schöpfung wird niemals ausgeschöpft. Gleichzeitig bedarf es aber auch nicht unbedingt eines „leichtfolgenden Intellekts“, um erfüllendere Lebensumstände zu erreichen. Auch die sogenannten „Dummen“ sind ein wesentlicher Teil des Ganzen, und niemand ist von den Höhen der Erkenntnis ausgeschlossen.
In den Aufzeichnungen der Bibel spricht Jesus davon, in dieser Welt zu sein, jedoch
nicht von dieser Welt. Diese Äußerung hat mich schon so manches Mal tief bewegt. Es gibt tatsächlich Momente, in denen mir – und dass, obwohl mir die natürliche Umwelt immer einen Aspekt der Nähe gibt – meine Artgenossen und ihr Verhalten so fremd erscheinen, dass der Gedanke von einer anderen Welt zu sein, mich einen gewissen Frieden mit ihnen machen lässt.
Ich denke, dass wird einigen von Euch so gehen. Nicht als wenn das als eine Voraussetzung zu
sehen wäre, ganz im Gegenteil. Ich bewundere diejenigen deren Leben es erlaubt andere Menschen einzuschließen, ohne an ihrem Verhalten Anstoß zu nehmen. Selbst jedoch fühle ich mich eher den Winden der Veränderung ausgesetzt, muss ihnen folgen und somit den Einflüssen stumpfer Artgenossen ausweichen.
Hier nochmal der Murray River - er führt am mesten Wasser von allen Flüssen in Australien -. Gleichzeitig wird er in den Großen Ferien zur Hauptverkehrsstraße, aber nicht mit gemächlichen Transportschiffen, sondern mit allem was zurm Vergnügen herhalten kann, vorwiegend Motor- und Rennboote.
Gegenwärtig halte ich mich mal wieder am Murray River auf. Es sind Ferien und vielen der Urlauber, die sich hier an den zahlreichen freien Campingplätzen zusammenfinden, fällt nichts Besseres ein, als mit gewaltiger Geschwindigkeit über die Wasseroberfläche zu heizen. Nun, auch dieser Kelch wird an mir vorüberziehen. Bald sind die Ferien zu Ende und ich habe die Natur dann häufig wieder für mich ganz
allein. Ein anmaßender Anspruch, ich weiß, aber es ist eine Erfüllung, die mir zu meinem ganz persönlichen Lebensabend zufällt. Wie schön! Ich fühle die Dankbarkeit, die damit einhergeht!
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Mit herzlichen Grüßen aus einer Hitzewelle Im Süden von New South Wales
Euer Richard C Rickert
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