Dir ist ja sicher klar, worauf ich hinaus will/muss! Egal wo ich mich aufhalte, es ist immer das „Innerste“ was meine Aufmerksamkeit voll beansprucht.
Nicht etwa, weil ich völlig problemlos durchs Leben tanze, nein, gerade eben nicht, mir sind die – scheinbar trennenden – Einzelheiten einer jeden, gerade aber die der familiären Beziehungen treffend, nur all zu gut bekannt.
Da ist der Bruder, der damals in
diesem „wichtigen“ Zusammenhang etwas sagte, was mich noch heute zum Rotieren bringt. Oder die ehemalige Ehepartnerin, die noch immer an ihren ursprünglichen Verhaltensweisen festhält und mich dadurch zutiefst in Bewegung versetzt.
Oder auch der Sohn, dessen berufliches Verhalten mir bezüglich des negativen Umwelteinflusses weniger gefällt. Und so weiter und so weiter!
Und welcher Lösung zu dieser Problematik unterschiedlichster Art und Weise kann ich
entgegenblicken?
Ist es nicht so, dass solange ich an meinen eigenen Einstellungen und Meinungen, zur Verteidigung meiner eigenen Persönlichkeit, festhalte, ich hoffnungslos verloren bin?
Soweit, wie ich das bisher erkennen durfte, bietet uns das Leben zwei grundsätzlich unterschiedliche Positionen der Betrachtung:
Liegt meine Identität ganz bei meiner Persönlichkeit und ihrer Aufgabe in der Welt, bleibt jegliche Reiberei mit
anderen Persönlichkeiten unumgänglich.
Löse ich mich aber, dem Leben entsprechend, langsam auf… D.h. nehme ich die Position des, aller Existenz zur freien Verfügung stehenden, Bewusstseins an, komme ich plötzlich in die Lage liebesfähig auch der widerborstigsten Person gegenüber zu sein.
In den meisten Fällen neigen wir dazu, zunächst einmal diese Position zu ächten. Durch eine liebevolle, unkritische, Akzeptanz sehen wir den förderlichen
Standpunkt der Kritik gefährdet.
Wir sehen ein Ende des Fortschritts und die Bedingung für eine gnadenlose Herrschaft des Stärkeren. Ob diese Stärke nun körperliche Gewalt oder die Überlegenheit des Intellekts betrifft spielt dabei kaum eine Rolle. Wir glauben, dass eine liebevolle Zuneigung immer mit Naivität gleichzusetzen ist, und damit der Ausnutzung schonungslos preisgegeben.
Meine, natürlich auf meinen persönlichen Erfahrungsbereich begrenzte, Erfahrung
bescheinigt mir jedoch das Gegenteil.
Ich wage zu behaupten, dass wir im Kern unserer Existenz ganz bestimmte Zu- und Abneigungen haben.
Natürlich sind viele – und gerade auch jene in einflussreichen Machtpositionen – von ihren Kindheitsprägungen so weit von ihren Urbedürfnissen abgerückt, dass sie kaum noch wissen, worum es bei diesen überhaupt ging. Dennoch kommuniziert die Seele auf einer Ebene, die über unsere körperliche Existenz hinaus zählt, und somit immer eindeutig das
Richtige tut.