Was wir "Natur" nennen, ist wohlgemerkt eine eindeutige Darstellung dessen, was diese hervorbringt!
Melbourne to Moonee Creek / Swanpool Liebe/r Melbourne ist eine der fünf Hauptstädte Australiens und liegt in dem südlichen Staat Victoria. Hier schenkt das Klima des Kontinents uns gemäßigte Zonen, in denen wir es, auch im Hochsommer, sehr gut aushalten können.
Der allgemeine Temperaturunterschied zwischen dem mittleren Westen des Bundesstaates New South Wales und Victoria liegt leicht bei 20 Grad Celsius und erreicht am südlichen Meer nur selten 35-40°C. Darüber, dass ich meine Freunde Heiderose Starck und Rolf Fischer, die am Rande von Melbourne in dem schönen Vorort Mont Albert leben besuchte, habe ich Euch schon berichtet. Ein besonderes Ereignis war es mit Rolf eine irische Whiskeybar zu besuchen, um einen weiteren Freund mit seiner
Konzertina zu treffen. Er kam nicht allein, sondern ihm angeschlossen fanden sich einige weitere Volksmusikanten ein, um zur Feier des Tages uns Zuhörern ein Ständchen zu geben.
In der Irish Whiskey-Bar traf sich diese "Session-Group" für ein freies "Stell-Dich-Ein", und gab dem Ort damit seinen angedachten Stellenwert im Leben der Menschen: "Hier treffe ich Dich"!
Nun eigentlich hätten wir wankend das Lokal wieder verlassen müssen, aber uns beiden steht ein übermäßiger Alkoholgenuss wohl nicht zu Gesicht. So blieb die schöne Erinnerung klar und eindeutig. Wie dem auch sei, das Hintergrundraunen der Großstadt mit seinen regelmäßig heulenden Notsirenen hat dann irgendwann doch einen Effekt auf mich gehabt. So verabschiedete ich mich unverhofft von
meinen Freunden und suchte das Weite. An diesem Punkt wurde mir selbst einmal wieder überdeutlich, dass ich nun, da ich den letzten Abschnitt meines Lebens erreicht habe, doch ausschließlich das tue wonach es mich verlangt. Erstens habe ich auf niemanden mehr Rücksicht zu nehmen, und zudem wüsste ich auch nicht warum. Zugegeben, ohne den mir selbst erwählten Sinn mit Euch zu teilen, hätte ich wohl viel zu tun meinen Tag zu füllen. So aber, ist alles eine Freude. Ich
habe was gelernt und liebe es zu teilen. Ich verabschiedete mich also und machte mich auf den Weg nach Norden, wo mir auf der Karte angezeigt wurde, dass es ein paar wilde Campingplätze mitten im Wald gibt.
So klein und doch so vollkommen zeigt diese Waldblüte den Charakter eines Paradieses, welches uns, durch den Anbau von monokultivierten Nadelbäumen verloren gehen wird.
Immer wieder beeindrucken mich die Formen der Steine wie sie über undenkliche Zeiträume von Wind und Wasser ausgeschält werden. Diese organische Form weckt lebendige Erinnerungen.
Die Schale einer Zikade erinnert uns hier an die "progressive" Entwicklung der alles Natürliche unterliegt. Auch wir gehen durch Stadien, an deren Ende wir unsere "Schale hinter uns lassen müssen.
Der Google-Blick auf meine kurze Reise zeigt, dass obwohl die Wälder für europäische Verhältnisse so riesig erscheinen, sind sie doch nur kleine, unwegsame Gebirge, für die es wohl kaum eine andere Nutzung als die des Holzbaues gibt.
An meinem erwählten Standort Moonee-Creek, auch James Campground Reserve genannt, angekommen, fand ich mich zunächst allein auf weiter Flur. Kein Problem! In Minuten Schnelle
hatte ich meinen Wagen aufgestellt, das WeLan verbunden und mein Abendessen gekocht. Einen Tag oder auch zwei musste ich mir schon nehmen, um mich von dem Großstadtgewühl zu erholen. Doch, auch für mich gibt es Zeiten, in denen ich mich höchst wohl in einer Großstadt fühle. Jedoch ist die Zeitspanne immer begrenzt. Darum bemüht kein Urteil zu fällen und die Ereignisse so zu nehmen wie sie kommen, genieße ich unter Anderem auch den Einsatz der Produkte die ich für meine
Reise brauche (Caravan und Zugfahrzeug). Und natürlich die Nähe von Freunden, deren Welt ich für eine Weile teilen durfte. Zu guter Letzt jedoch, hat mich der Wald wieder! Und hier ein für mich sehr aufschlussreiches Inside, warum ich den Wald und seine Atmosphäre dem Städtischen so vorziehe. Am liebsten sage ich: „Es gibt nichts außer Gott!“ Wer mit dieser Aussage nichts anzufangen weiß, dem muss ich nahelegen, dass die Terminierung
„Gott“ das Universum oder die Quelle, dem dieses entspringt beschreibt. Es hat tatsächlich für einen Freidenker wenig religiösen Bezug, lehnt diesen aber auch, allein seiner Existenz wegen, nicht ab. Wenn es also nichts, als das „Eine“ gibt, so lebt und äußert sich das Eine in allem, was existiert. Allein der Bezug zu diesem Kern der Erscheinung ist es, der den Verlauf eines Lebens, ganz gleichgültig wo und wann er zum ersten Mal genommen wurde, ein für alle Male verändert und
bestimmt. Lass mich nochmal wiederholen: „Es gibt nichts außer Gott!“ So ist also jede Form der Erscheinung ein Ausdruck des Einen. Jaja, keine Schöpfung in dem Sinne, sondern eine Selbstdarstellung. Das Göttliche zeigt sich uns, durch uns und durch die Welt um uns herum. Das wir „Gott“ sind, ist nicht gleichzusetzen mit „Allmacht“. Dafür eben sind wir nur ein winziger Teil des Göttlichen.
Die Öffnung zwischen den Felsen, ist wie der Aufruf den Geburtskanal noch einmal zu passieren. Wir mögen es "Spinnerei" titulieren, und doch ist diese Aufforderung an uns alle täglich gerichtet. Das Leben ist nie alt, nie normal. Im Detail birgt es die Erfüllung nach der wir alle Ausschau halten.
Warum dann hat die Umgebung einer Stadt, im Vergleich mit der Natur trotzdem eine leicht verwirrende Wirkung? Das liegt an der von Menschen gemachten Umgebung, die meistens die Tendenz zeigt, den egoistischen Denkprozess des Urhebers sichtbar zu machen. Wir wollen Ruhm und Ehre, gute Bezahlung und Anerkennung, und so ist genau das meistens die Ursache für die Entstehung unserer Umgebung in der Stadt.
Architektur und Gestaltung sind die Produkte eines, oder mehreren meist auf sich selbst zentrierten Menschen.
Dieses durchaus professionelle Bild der Großstadt Melbourne gibt genau das wieder, was wir Menschen intuitiv wie ein "Goldenes Kalb" anhimmeln. Der "Köder" dem Mammon zu dienen wird hier überdeutlich. Dabei ist es so einfach, die alles gebietende Macht im Detail der natürlichen Umwelt zu erkennen.
Natürlich spielen, den gewonnenen Eindruck betreffend, eine Menge andere Überlegungen eine Rolle. So müssen Menschen im dritten Stock mit oder ohne Balkon leben. Eine Wohnstatt in der die meisten von uns wie ein Panther im Käfig auf und ab laufen würden. Nochmal, die Erscheinung der Natur bringt uns den Raum nahe, aus dem wir stammen, weil sie unbeeinflusst vom Intellekt frei aus diesem
entsteht. Wird uns also bewusst, in welcher Verbindung wir zu diesem Raum stehen, lösen sich folgerichtig alle weltlichen Probleme, allein weil wir diese aus einer anderen Perspektive betrachten. Dankbarkeit für die Natur, ist eine Form der Annäherung an das, was wir selbst sind. Seien wir also darum bemüht, dankbar zu sein, und kommen so zwangläufig in den Genuss des wahren Lebens. Ich weiß, das nötige Kleingeld verhilft uns viele gehegte Wünsche zu verwirklichen.
So sehne ich mich seit geraumer Zeit meine Gefühle über einen irischen Dudelsack, die Uilleann Pipes, hörbar zu machen. Ihr alle werdet Wünsche haben, die Eurem Leben mehr Ausdruck verleihen könnten. Und doch wollen wir das sogenannte „Pferd“ nicht von hinten aufzäumen. Das wahre Verstehen des Lebens geht dem äußeren Ausdruck immer voran. Da wir das Leben sind, stehen uns, nachdem wir dieses erkennen, alle Türen offen.
Was uns hier begrüßend erwartet ist Natur und Kultstätte. Wohin kehren wir zurück? Zum städtischen Getümmel, welches nach vielen Hundert Millionen Jahren aus der Stille entstand, oder in die Vielfalt einer Natur, ohne welche es das Gewühl der Großstadt nicht gäbe?
Wir bewegen uns in dem sicheren Wissen, dass das, was wir zu verwirklichen inkarniert (zu Fleisch/Körper) wurden, uns bereits sicher in dieser Gegenwart gehört. Zeit, Ihr Lieben, ist die Illusion, die an diesen Körper als einzig gültige Form gebunden ist. Darüber hinaus, und wir sind sicher das Bewusstsein, gibt es sie nicht. In diesem Sinne wünsche ich Euch gutes Gelingen. Ich bin mal
wieder in der Natur zuhause und schwelge in ihrer Vielfalt.
|
Mit herzlichen Grüßen aus dem australischen Süden
Richard C Rickert
Ich bitte um Kommentare unter dem Video. Danke!
|
|
|
|