Die Straßen Melbournes überraschen mit schnuckeligen, manchmal schlößcheartigen Häusern.
Melbourne / Victoria Liebe/r Herausgefordert Dir das Wesentliche meines wöchentlichen Lebens zu bringen, lief ich heute durch die Straßen Melbournes im Versuch Vergangenes aufzuarbeiten. Meine Freunde hier, Rolf und Heiderose, bereiten mir einen mehr als
angenehmen Aufenthalt. Nicht nur bin ich in der Lage, durch Industrienähe mein Gefährt auf Vordermann zu bringen, sondern erlebe obendrein noch eine Kultur unserer zivilisierten Welt, die ich, neben meinen hochgeschätzten Erlebnissen in der Natur, favorisiere. Ich weiß nicht, warum diese Gefühl mich immer wieder heimsucht – vielleicht weil ich in einer alten Villa der Gründerzeit aufwuchs – aber tatsächlich sind es die, ja schon fast unschuldigen, Sitten und Gebräuche vergangener
Generationen, in welchen junge Frauen und Männer aus „gutem“ Hause ihr Leben und dessen Formen definierten, die mich immer wieder besonders beeindrucken. So sparzierte ich durch die Siedlungsstraßen von Mont Albert und fand mich, traditionell erbaute Häuser und Gärten bewundernd.
Ein kleines Paradies kündigt sich hier hinter konservativen Mauern an.
Tatsächlich haben uns (den Nordrhein-Westfalen) die Niederländer ja einiges voraus. Im Raume Borken/Bocholt (Münsterland, Westfalen) z.B. überschreitet man die „Grüne-Grenze“ und findet sich schlagartig in einer so anderen, so ungleich feinfühligeren Kultur wieder. Landwirtschaftliche Wege ohne Asphalt, riedgedeckte Bauernhäuser, gelb leuchtende Straßenlaternen und große, offene
Fenster. Verständlicherweise will man nicht unbedingt Deutsch sein, wenn man die niederländische Grenze überschreitet. Zu gegenwärtig ist auch heute noch die Erinnerung an die sprachlos machenden Ungeheuerlichkeiten, die wir, die Deutschen, sich dort in der Vergangenheit erlaubt haben. Ähnliches jedoch ist nicht nur dort geschehen, sondern überall woanders auf der Welt auch. So haben die eben erwähnten Töchter und Söhne aus guten Häusern der Gründerzeit, die
also, welche wir heute mit fast engelgleichen Tugenden in Verbindung bringen, sich im „Aus-Land“ oft diabolisch verhalten.
Man sollte kaum glauben, dass ein solches Anwesen vom Besitzer selbst gepflegt wird.
Sie müssen unter einer Art moralisch-überlegenen Haube gelebt und agiert haben. So wurden die eingeborenen Australiens, missachtend ihres Überlebens über Jahrtausende in einem unwirtlichen, harschen Kontinent, abgeschlachtet und ausradiert, als wenn es für sie keinen göttlichen Ursprung gäbe, und allein zivilisiert erscheinende Umgangsformen einen kulturellen Passierschein mit sich brächten. In dem Zusammenhang
frage ich mich oft, wie der göttliche Ursprung – welcher ja allen Erscheinungsformen zu Grunde liegt – wohl eine solche Wende ihres Ausdrucks des Lebens hervorbringen konnte. Erträglich werden diese Ereignisse doch eigentlich nur, wenn wir von der Unvergänglichkeit der geistigen Form ausgehen. Und hier nur zur Erinnerung ein kurzer Auszug unserer wissenschaftlich fundierten Erkenntnis: Materie wird allein als solche erfahren, weil die in ihr existierende Form von
Energie (Atom, Atomkern und Subatomare Wolke bestehend aus Elektronen) mit ihren 0.0001% der Gesamterscheinung, eine, gegen andere Formen von Materie, durch Vibration (Schwingung) abstoßende Wirkung erzeugt. Was wir als materielle Welt empfinden, ist also einem Gedanken, bzw. einem Traum ähnlicher als die sogenannte Materie, die wir erfahren. Das ist für uns alle eine fast unschluckbare Pille. Wesentlich, und viel zu real erscheint uns die materielle
Welt. Wird nicht unser Körper in Stücke gerissen, wenn wir mit der Geschwindigkeit eines Autos in ein entgegenkommendes Fahrzeug rasen? Und ja, natürlich, ist genau das der Fall. Wie also sollte der materielle Anteil unserer körperlichen Masse so unfassbar gering sein? Nun, der tatsächlich vorhandene Anteil energetischer Konzentration sagt sehr wenig über die Beschaffenheit einer unsterblichen, geistigen Form aus.
Etwas weniger förmlich, und doch traditionell akurat zeigt sich hier ein Anwesen im britischen Kolonialstil.
Niemand wird heute noch bezweifeln wollen, dass die seelische Form unserer Erscheinung eine weit über unsere materielle Form hinausgehende Existenz hat. Und wir sehen und erleben die göttliche Quelle in Harmonie mit dem religiösen Kulturkreis, in dem wir aufwuchsen. Christen sehen und fühlen Jesus im Licht der Erkenntnis, während andere Kulturkreise die Götter ihrer eigenen Religion
erfahren. So zumindest wird es von Menschen mit Nahtoderlebnissen dargestellt.
Mir persönlich fällt es alles andere als schwer, solchen Erlebnissen zu folgen und ihnen Gehör zu schenken. Dafür hat mein eigener Erfahrungsbereich die Grenzen gesellschaftlicher Normen schon viel zu häufig und weit überschritten. Es bleibt uns also allein herauszustellen, welche der vielen Lebenseindrücke für uns von progressiver, weiterentwickelnder Wirkung sind. Wir Menschen
waren schon immer in der Lage die scheinbaren Komplikationen des Lebens auseinanderzufädeln und zu entschlüsseln. So gibt es die verschiedensten Ansätze das Dilemma psychischer Verwirrung in eine glücklich machende Erfahrung zu wandeln. Und ja, allein weil wir Individuen sind, haben diese Ansätze auch ihre Berechtigung.
Der wesentlich bescheidenere Ansatz des Lebens eines Kulturnomaden im Wohnwagen, nimmt der Architektur der Umgebung keinesfalls die Größe. Allenfalls die Wertschätzung und Anerkennung menschlicher Bemühung beschäftigt den Reisenden.
Die kulturbefreiende Heimkehr zu uns selbst, und damit die individuelle Ansprache Gottes jedoch, kann alle, scheinbar unumgänglichen Prozesse, überflüssig machen. Der Ursprung, die Quelle, die Schöpfung ewigen Seins offenbart sich uns in Form unseres Körpers. In ihm und mit ihm zu sein, bedeutet Gegenwart! Es ist diese, und keine andere Gegenwart, die uns mit unserem eigenen Leben verbindet und in Harmonie
versetzt. Achten wir also darauf. Lassen wir Gedanken, die immer mit Vergangenheit und Zukunft beschäftigt sind, los, um sie nur dann einzusetzen, wenn sie notwendig werden die Gegenwart zu navigieren.
Darüber hinaus sind Gedanken als Mittel der Identität überflüssig, und nehmen uns die Freude zu sein. Kannst Du annehmen, dass das Erleben Deiner eigenen Gegenwart die Verbindung zum „Flow“ des gesamten Universums herstellt!? So einfach ist das
Leben! Mit herzlichen Grüßen aus dem blühenden Süden Australiens, Richard C Rickert
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Richard C Rickert
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