Woher wir kommen - Wohin wir gehen...
Liebe/r
Die ersten Sonnenstrahlen über dem Blätterdach der River-Red-Gum am Murray versprachen einen hellen Tag, den zu nutzen ich mir fest vorgenommen hatte.
Gleich nach einem energiereichen Frühstück machte ich mich auf in die Berge des
Hinterlandes. Sie warteten mir mit einem sehr gemischten Eindruck von Wüste und Trockenheit auf. Immer wieder nahm ich die Erde zwischen meine Finger und ließ sie langsam auf den Erdboden zurück rinnen. Ein kleines Fragezeichen hatte sich so bereits gebildet, mit einem Blick durch das Fernglas jedoch wurde es so groß, dass ich nun mit suchendem Blick meinen Weg fortsetzte.
Auf der anderen Seite des stillen Flusses, gleich hinter den wuchernden Bäumen offenbarte sich eine unbepflanzte,
dafür aber gerodete Ebene. Es musste sich um die, von den Fluten des Murray zurückgelassene Schlammschicht handeln. Anders konnte ich mir den Anblick nicht erklären.
Überhaupt wurde mir die inzwischen immer wieder ins Bewusstsein gerufenen Fruchtbarkeit der Riverina, immer unerklärlicher. Niemals hätte ich mir vorstellen können, dass allein das sanft, aber stetig dahinströmende Wasser, einen Wüstenboden so ertragreich machen könnte.
Abgesehen vom unmittelbaren Flussufer
reduzierte sich die Attraktion der Landschaft immer mehr auf den unbeugsamen Willen der Menschen, die hier ihr Leben aus dem Erdboden schälten.
Tatsächlich werden die hier angebauten Weine, durch intensivste Besonnung hoch qualifiziert, in Deutschland für wenige Euro angeboten. Der günstigste Wein – trotz hoher Qualität – erzielt hier immerhin noch gute 5 Euro, während er in Deutschland für die Hälfte zum Verkauf steht.
Wie dem auch sei, während ich mit guter Geschwindigkeit
alles hinter mir lasse, denke ich an die vielen Verpflichtungen, mit denen das Leben der Bauern hier tagein und tagaus den Anspruch an sie stellt, für ein wenig Sicherheit, im Schweiße des Angesichts gehegt und gepflegt zu werden.