Grundgesetze des Lebens, die kontrovers zu unserer Wahrnehmung die Gesamterfahrung des Lebens beeinflussen:
Unser Leben zusammenfassend, müssen wir eingestehen, dass wir sowohl mehr oder weniger plötzlich auftauchen, und, in vielen Fällen, unverhofft und plötzlich unseren Abschied nehmen.
Wir sind also auf der Durchreise!
Diese Art des Verständnisses setzt voraus, dass wir in
dieser Form der körperlichen Existenz, sowohl einen Anfang haben als auch ein Ende.
So stellt sich die Frage: Aus welchem Zustand, aus welcher Identität, finden wir in eine körperliche Existenz und wohin gehen wir, wenn der Körper seine Funktionen abschließt?
Was ist es, was unsere körperliche Existenz nicht nur lebenswert macht sondern grundlegend überhaupt erst erfahrbar?
Auch um diese Frage zu beantworten müssen wir uns dem Bewusstsein zuwenden.
Ohne Bewusstsein,
keine Erfahrung und somit kein Leben!
Letzteres ist als eine grundlegende Erkenntnis zu werten, da unabhängig von den Umständen unseres Lebens, in jeder Situation die bewusste Wahrnehmung die Grundlage bildet.
Akzeptieren wir diese Gesetzmäßigkeit tatsächlich als grundlegend, werfen wir uns automatisch auf uns selbst zurück.
Umstände, Situationen, Menschen, mit denen wir zu tun haben und Dinge die unser Leben beeinflussen, nehmen eine zwar wichtige, aber zweitrangige
Stelle ein. Zuerst ist das Bewusstsein, mit dem wir diese Dinge wahrnehmen, erst danach bzw. dadurch wird alles andere wahrnehmbar.
Nun ist es für viele von uns schwierig, oder scheint sogar unmöglich Bewusstsein von der Welt, in der wir bewusst sind, zu trennen, oder diese gar bewusst getrennt wahrzunehmen.
Manchmal bedarf es eines Prozesses, der sich über eine gewisse Zeit zieht, um diese Art der Wahrnehmung zu ermöglichen. Manchmal aber reicht auch die einfache Feststellung, dass
das, was ein- und ausatmet, beobachtet und getrennt von allem anderen wahrgenommen werden kann.
Dafür schlüpfe ich in die Rolle des Beobachters meines eigenen Lebens, meines Körpers und meiner Aktivitäten in der Welt.
Diese Übung ermöglicht eine sich stetig ausweitende Verhaltensentscheidung. Die Entwicklung ermöglicht mir, mich vom Opfer der Umstände zum Dirigenten meines Lebens zu verändern.
Je nach meinem Entwicklungsstand, findet über diese anfängliche
Auseinandersetzung, der Trennung meiner Selbst von den Umständen des Lebens, in Folge, die Neuvereinigung statt. Ins Zentrum meines Bewusstseins gerückt, erkenne ich, dass jede Form von Erfahrung von meinem Bewusstsein abhängig ist und somit von diesem auch gesteuert und beeinflusst wird.
Diese Grundvoraussetzung aller Wahrnehmung lässt sich auf alle Lebensbereiche, und damit sogar auf mich selbst und meinen Körper beziehen. Ich kann nur sehen, was ich weiß.
Erweitere ich
also mein Bewusstsein, erweitere ich das Feld meiner Wahrnehmung.
Bestimmte Faktoren prägen die Sichtmöglichkeiten und schränken damit das uns zur Verfügung stehende Feld der Wahrnehmung ein.
Zu diesen gehören, der Einfluss unserer Eltern, der Lehrer, das Erlebnisfeld unserer Kindheit, die Schule usw..
Auf die ein oder andere Weise wurde uns allen schon zu dieser Zeit klar, dass wir der Gefahr uns selbst zu verlieren, oder maßgeblichen Schmerz zu vermeiden, wir von der
Fähigkeit abhängig sind, in der Welt erfolgreich zu navigieren.
Darum verlassen wir die Welt unserer Prägung nur ungern und erwarten unverhoffte Widrigkeiten, sobald wir es tun.
Die Einschränkungen unserer systemischen Gesellschaftsform funktionieren genau auf diesen Gesetzmäßigkeiten.
Gleichzeitig aber wird immer deutlicher, dass Kreativität – also der Einfluss dessen auf uns, welches wir als außerhalb unserer regulären Prägung liegend betrachten – zur treibenden
Kraft unserer gesellschaftlichen Entwicklung wird.
Mit anderen Worten sollten wir nach Möglichkeiten suchen, den Bereich unserer Komfortzone zu verlassen, ohne uns dabei durch automatisch aufkommende Ängste einzuschränken.
Letzteres ist, nach meiner Erfahrung, nur möglich, wenn wir uns bereit erklären, dem Anerkennung zu zollen, was die Grundlage für ein bewusstes Leben bereitstellt.
Dazu muss ich die Bereitschaft zeigen, mich selbst als Individuum im Kontext zur Welt zu
sehen.
Es ist die Erkenntnis über den Zusammenhang allen Seins, welcher sich durchaus auf materieller Ebene als „die Welt“ darstellt, aber darüber hinaus die Unendlichkeit der geistigen Wirklichkeit beinhaltet, welcher, uns zu Grunde liegend, ein Wissen in uns hervorbringt, welches uns furchtlos alle auftretenden Grenzen überschreiten lässt.
Wir sind in diesem Wissen größer, weiter, zeitloser und liebesfähiger als jede Form der vergänglichen, menschlichen
Persönlichkeit.
Das zu erkennen, sind wir hier, und gefordert, anhand der Gesetzmäßigkeit des Lebens – Kommen und Gehen, Geburt und Tod – zu erkennen, dass das, was von Dauer ist – das Bewusstsein – weit über diese Form der menschlichen Erscheinung hinaus geht.
Mit herzlichen Grüßen aus den Weiten Australiens,
Euer
Richard C Rickert