Eine kunterbunte Gesellschaft
Wir Mensch, so scheint es, bedürfen der Zugehörigkeit.
Zuerst sind es die Eltern, dann die Familie und ihre Kreise.
Der Sportverein und die Mannschaft gesellen sich dazu.
Manchmal spielen auch Religion und die sich darum gruppierende Gemeinde eine Rolle.
Polizisten, so weiß ich aus erster Hand, pflegen eine eigene Kultur in
ihren Reihen. Das ist sicher auch ein Grund für den ein oder anderen sich ihnen anzuschließen.
Darüber hinaus fühlt der Mensch sich aber sicher der Nation, den eigenen Leuten, der Sprache und Gebräuche zugehörig.
Alles in Allem haben wir es sicher mit einem „angeborenem“ System zu tun, welches wir brauchen, dem wir uns verpflichtet und zugehörig fühlen, und was zu guter Letzt, aus dem, uns gegenüber Stehenden einen „Anderen“ macht, der getrennt von uns, in seiner eigenen Welt
steht.
Wie also umgehen mit der modernen Welt? Einer Welt, in der die äußeren Merkmale des Menschen schon mal gar keine Zuordnung zulassen.
Da spricht uns ein asiatisch aussehender Mann, in fließendem, akzentfreiem Deutsch an, während wir – nun, wer gibt es schon gern zu – ihm zunächst mit gewissen Vorurteilen begegneten.
Hier in Australien hat diese Art der Begegnung auf jeden Fall eine ganz besondere Note.
Während der geborene Australier, sofort am
australischen Tweng im Englisch – einer ja immerhin europäischen Sprache – zu erkennen ist, und in den meisten Fällen, auf dem Lande, gewisse Unsicherheiten, allein einem Akzent gegenüber erkennen lässt, hat der Zuwachs aus allen Herren Ländern, doch eine gewisse Freiheit im Umgang miteinander.
Wunderbar! Das kann ich wirklich nur so und nicht anders hervorheben.
Der Notwendigkeit des Zugehörigkeit-Gefühls pflichte ich ja durchaus bei, aber ich denke, dass dieses in Anbetracht der
großflächigen Vermischung der Weltbevölkerung heute woanders zu suchen ist.
Und tatsächlich ist es so, dass wenn wir, auch nur grundsätzlich, dazu bereit sind, ein völlig neues, größeres Lebensgefühl entsteht.
Dieses größere Lebensgefühl lässt sich dann auch, über andere Menschen hinaus, auf alle anderen Lebewesen anwenden. Ein Gewinn für uns also, der seinesgleichen in der gesamten Menschheitsgeschichte nicht findet.
Stehen wir vor einem Tor, durch welches wir zu
gehen haben, um einer neuen Welt begegnen zu können?
Ich denke ja!
Einer so grundlegenden Veränderung ins Auge zu sehen, erfordert Vertrauen und ein gewisses Maß an Hingabe. Allein es nicht zu tun, verheißt jedoch in der Zukunft nichts Gutes.
Fragen wir uns also einmal, worum es dabei geht. Keiner von uns will verlieren und Ängste vor Veränderungen sind uns wohl angeboren.
Die wichtigste Frage hier, betrifft uns, als Individuum sicher am direktesten: „Wer bin ich?“,
und in Folge die Frage nach dem: „Wer ist mein Gegenüber?“
Im Allgemeinen verwechseln wir die Frage „Wer bin ich?“ mit der Frage nach unserer Persönlichkeit. Gefragt jedoch wird hier nach dem essenziellen „Ich“, dem was übrigbleibt, wenn alles andere, was zu uns gehört, der Vergänglichkeit folgend das Zeitliche gesegnet hat.
Das reine „Ich bin“ dagegen zeigt erste Unvergänglichkeit wenn wir uns, egal welchen Alters, darauf beziehen. Mit fünf Jahren ist es das selbe „Ich“, wie
mit fünfundfünfzig. Wir sind und bleiben jeweils die/derselbe. Diese Wahrnehmung kann jeder bestätigen.
Persönlichkeit und Körper ändern sich unverkennbar, während die Identität im „Ich“ dieselbe bleibt.
Könnten wir uns also auf die Basis unserer Existenz beziehen, bliebe uns nur noch zu erkennen, dass wir alle der gleichen Quelle entstammen, die gleichen Bedürfnisse nach Frieden, Freiheit und Glück haben, und somit einen Ort auf dieser Erde miteinander teilen, dem auch wir,
Zeit unseres Lebens, eingeladen sind zu besuchen.