Liebe/r
Die Liebe im Alltag
Nicht immer gelingt es mir, die Verbindung zum Leben vom frühen Morgen an zu spüren, oder soll ich besser sagen „nicht immer bin ich so ausgerichtet, dass mein Herz die Verbindung zum Leben wirklich spürt“?
Bin ich dafür verantwortlich? Oder bin ich eine Folge meiner kontinuierlichen Abläufe. Sicher
bin ich mir selbst der Nächste, obwohl ich ohne die Beziehung zu Anderen wohl kaum einen Sinn hätte.
Die Aufgabe des Tages ist es, auf jeden Fall, den Kern der Erkenntnis umzusetzen. Sehe ich also einer Konfrontation ins Angesicht, bin ich herausgefordert die Liebe, die ich bin, nach Außen zu kehren, anstatt der Verdunkelung des Egos Raum zu geben.
Die Umgangssprache in Australien ist auf jeden Fall so markant – um es milde auszudrücken – das
offizielle Stellen, wie zum Beispiel das Straßenverkehrsamt, gerahmte Warnungen aufhängt, die zum Beispiel Folgendes besagen:
"Übergriffige Anreden und Gewalt werden in diesem Büro grundsätzlich nicht geduldet. Wer diesem Gebot nicht entspricht, wird nicht bedient und muss das Büro sofort verlassen!“
Das solche Anforderungen an den Bürger in Europa keine Veranlassung haben, brauche ich nicht zu erwähnen.
Im Folgenden jedoch will ich einmal den
original Wortlaut der Anrede eines Durchschnitts-Australiers wiedergeben:
„I had this fucking letter in me mailbox. What the hell am I going to do with it? Do I have to fucking sign it, or do you even want to get some fucking money out of me?”
Ich möchte diese Art der Kommunikation nicht weiter ausführen. Die ungern gehörten Worte kennt man unter „Four letter words“. Sie werden eingesetzt, wo immer dem Wortschatz das passende Vokabular fehlt. Womit das
ganze eine gewisse Legitimität bekommt und der Benutzer sich als „True Blue“, oder „Echter Aussie“ einstufen darf.
Tatsache ist, dass man diese Warnungen in jedem offiziellen Büro findet, und wenn es Sozialdienst leistende Stellen sind, sind sogar anwesende Rausschmeißer an der Tagesordnung.
Damit jedoch meine Beschreibung des „Australiers“ nicht einseitig ist, muss ich sagen, dass ein Großteil der gebildeteren Australier eher einem wertschätzenderem
Leben zugetan sind. In deren Umgangssprache vermeidet man bewusst „four letter words“. Dagegen sind klassische Musik und die Architektur der europäischen Wurzeln hochgeschätzt.
An meinen persönlichen Werten festhaltend, sehe ich mich also herausgefordert Menschen deren Umgangssprache in die „Gosse“ abrutscht liebevoll zu bedenken, ohne deren Widerstand zu provozieren.
Das, so durfte ich heute feststellen, ist tatsächlich leichter als
gedacht.
Leichter, ganz sicher nicht, weil ich meine Persönlichkeit und Anspruch auf die meines Gegenübers prallen lasse, sondern allein, weil meine eigene liebevolle Zuwendung, zu meinem eigenen Leben mich lehrt, dass ich nicht jeden mögen muss, aber allen zur Liebe verpflichtet bin, da sie doch das Selbe sind wie ich!
Wir alle, Du und ich, sind ein individueller Ausdruck des Einen! Dabei spielt die Bezeichnung des Einen eine geringe Rolle, wenn überhaupt. Wir können
das Eine, das Vollkommene, das Universum, das unendliche Potential des reinen Bewusstseins, nicht beim Namen nennen. Und warum auch? Es befindet sich jenseits unseres Wortschatzes und kann in seiner Fülle nur gefühlt werden.
Vertrauen wir also unserem Gefühl und handeln dementsprechend!
Und wenn ich selbst lese was ich schreibe, dann kommen mir die Tränen der Dankbarkeit. Durch das Schreiben darf ich mehr von dem erkennen, was mir ermöglicht es zu tun. Ich verändere mich und
wachse
„Gott sei Dank!“, oder soll ich besser sagen: „Das „Ich“ in uns, reflektiert das „Ich“ im Gegenüber und findet so zu sich selbst!“
Das würde so viel heißen wie: „Jede Kommunikation ist von Bedeutung. Sowohl für mich als auch für mein Gegenüber!“ Gleichgültig wo diese stattfindet. Sei es ein Gespräch im Austausch von Gütern über die Ladentheke, oder irgendwo im Vorbeigehen auf der Straße. Alle sind sie wichtig und wollen nur das Eine sagen: "Ich liebe
Dich!"
Ich weiß, das mag übertrieben klingen, aber der Text des Songs: What a wonderful World. by Lui Armstrong, sagt es genau: Friends shaking hands, saying how do you do. What they're really saying is "I love you!"
Der im Altern nahende Tod, hält mir den Spiegel vor, dass zu unterscheiden, was von Dauer ist, von dem, was so offensichtlich dem Vergänglich angehört.
Ich wünsche Euch allen, diese wunderbare Verbindung zu Lebzeiten zu fördern, damit die natürliche
Folge des Danach ein Übergang wird, dem wir mit einem ganzen „Ja“ begegnen.
Herzlich, Euer
Richard C Rickert