Julies Liebe!
Konflikte
Ich las einmal von einem Gehirnforscher, der die umfangreichen Funktionen unseres Gehirns mit denen des Universums verglich.
Er sagte: „Die Gehirnfunktionen eines Menschen sind in jedem Augenblick so zahlreich, dass sie an die unzähligen Ereignisse unseres Universums erinnern!“
Diese Aussage
fasziniert mich deswegen so sehr, weil ich davon ausgehe, dass jede Form von Existenz ein Spiegelbild des Ganzen ist.
Demnach sind auch wir, nicht nur ein integraler Bestandteil des Ganzen, sondern repräsentieren die Komplexität der einen Wirklichkeit.
Stellen wir uns nur die Beschaffenheit und Funktionen unserer Zellen vor:
Jede einzelne ist mit bloßem Auge nicht sichtbar, so klein ist sie. Jedoch enthält sie winzige Organe (Organellen), welche die Zelle selbst, ähnlich wie
den gesamten Körper, im Austausch miteinander lebendig machen.
Dazu tauschen diese, bis zu Hundertmillionen Zellen, in jedem Augenblick bis zu Einhunderttausend Signale miteinander aus. Schneiden wir uns, strecken die Winzlinge spontan kreierte „Arme“ zueinander aus, um den Spalt in der Haut zu schließen.
Die mit diesem Wissen entstehende „Sprachlosigkeit“ inspiriert mich dazu, meinem eigenen, und den Körper anderer mit größerer Wertschätzung zu begegnen.
Dennoch
möchte ich mit keinem Wort verschleiern, wie viel ich selbst noch zu lernen habe.
Ein, von mir sehr geschätzter Lehrer sagte einmal: „Wenn die wahre Identität dessen, was wir „Ich“ nennen, einmal gefunden ist, fängt die eigentliche Reise des Lebens erst an!“
In meinem Verständnis meiner Selbst und der Welt, zeigt sich immer wieder, dass sich Konflikte nicht diskutieren lassen. Um solchen aus dem Weg zu gehen, oder sie erst gar nicht entstehen zu lassen, bedarf es des tiefen
Verständnisses des eigenen „Ichs“.
Was ist es was wir „Ich“ nennen, und warum identifizieren wir uns im Allgemeinen eher mit dem, was konditionierten Formen des Denkens folgt, als dem, was wir über unser gesamtes Leben, egal welchen Alters, noch immer als das empfinden, mit dem wir geboren wurden und was wir noch immer sind?
Das „Ich“ bezieht sich tatsächlich auf das, was uns die Erfahrung unserer Selbst und der Welt schenkt.
Ohne Bewusstsein keine
Welt.
Obwohl es nicht eine Erfahrung gibt, die wir ohne die Grundlage des Bewusstseins machen könnten, glauben wir dennoch, dass das Bewusstsein aus dem entstanden ist, mit dem wir es erfahren, der Materie.
Das ist ein Widerspruch in sich selbst!
Ich nehme inzwischen an, dass nicht wir, der Mensch, Bewusstsein hat, sondern das Bewusstsein hat Mensch!
Dasselbe bezieht sich auf alles, was zur Beschaffenheit unserer Welt beiträgt. Alles ist Teil des Bewusstseins und
nicht umgekehrt.
Wir leben also nicht in der gleichen Welt, weil die Welt überall die gleiche ist, sondern weil das Bewusstsein, welches wir teilen, überall das Gleiche ist.
Ich könnte hierfür sehr viele Beispiele aus der Wissenschaft aufführen, die den Zusammenhang von Materie und Geist überaus deutlich machen. Dafür reicht dieser Text jedoch nicht aus. Schreibt mir persönlich, wenn ihr tiefgehendere Antworten braucht.
Unser Thema heute, ist aus aktuellem Anlass das
Potential des Konflikts, das wir, so ist noch immer die Annahme, unmittelbar von unseren Vorfahren den Schimpansen geerbt haben.
Dabei brauchen wir uns selbstverständlich mit einer fast stagnierenden Evolution dieser Menschenaffen nicht einzuschränken. Wir sind im Gegensatz dazu in der Lage, das „Ich“ und seine Bedeutung für uns und andere, zu reflektieren.
In einem Konflikt, gleichgültig ob wir ihn mit uns selbst austragen, oder ob er sich auf ein Gegenüber bezieht, stehen
immer die Gegensätze im Vordergrund.
Komme ich stattdessen zu dem, was eine gemeinsame Herkunft ausmacht, habe ich den Grund zur Einigung gefunden.
Dabei liegt die Ursache kriegerischer Konflikte im selben Dilemma wie Konflikte, die wir mit uns selbst beziehungsweise mit anderen austragen.
Wird das „Ich“, oder auch das Bewusstsein, als gemeinsamer Nenner akzeptiert und verstanden, steht einer Konfliktlösung nichts mehr im Wege!
Ich möchte an dieser Stelle nochmal
alle besonders Interessierten bitten, Fragen zu diesem Thema direkt an mich zu richten. Danke!
Herzlich, Euer
Richard C Rickert