Liebe/r Das äußere Bad will ich Euch als eine Begebenheit erinnern, wie sie mir fast täglich zufällt. Das Bad Es ist wieder einer der vor brüllender Hitze erschlagenden Tage. Die Sonne steht erbarmungslos am Himmel, als er sich aufmacht den, auf der anderen Seite des Bachlaufs gelegenen Teich, für eine Abkühlung aufzusuchen. Jeder
Schritt durchs hohe Gras wird mit Bedacht genommen. Der jeweils folgende Fuß bewusst erhoben und im neuen Bereich mit suchender Aufmerksamkeit niedergesetzt. Schlangen! Sie können überall sein. Nicht Angst ist es, die ihn zur Vorsicht mahnt, sondern allein die Akzeptanz, dass er sich im Lebensbereich dieser Reptilien bewegt. Schlangen sind aufmerksame Wesen, wenn sie nicht gerade schlafen, ihre Beutetiere jedoch klein, warum sie kein Bedürfnis auf Menschen
haben. Langsam, mit aufmerksamen Schritten bewegt er sich den Hügel hinab und hinunter zum ausgetrockneten Bachlauf. Dort knallt die Sonne in den nackten Sand. Aus Erfahrung weiß er, dass seine Fußsohlen Verbrennungen erleiden würden, wären sie nicht mit dem Kunststoff seiner Sandalen bedeckt. Dennoch macht er intuitiv ein paar wenige große Schritte, um den Bereich der glühenden Hitze zu überqueren. Am anderen Ufer verläuft die Böschung steil. Rutschender Sand nimmt
ihm den Halt, sodass er strauchelt, sich an Grasbüscheln hält, um schließlich einigermaßen aufrecht die Anhöhe des Ufers zu erreichen. Vor ihm liegt ein grasbewachsener Bereich der, von Nadelbäumen unterbrochen zum Wasser führt. Noch ist das Wasser jenseits der Sicht seiner Augen. Die große Wand aus Lehm und Erde hält es seinem Blick verborgen. Erst als das Ameisennest oberhalb des angelegten Zuflusses passiert ist, fliegen die badenden Enten aus dem Sichtbereich auf, um das
Weite zu suchen. <So viel Vorsicht üben sie>, denkt er. <Wie sehr müssen wir Feind ihrer Art sein!?> Dann sind es nur noch wenige Schritte bis zur grasbewachsenen Fläche auf der er seine Kleidung abzulegen gewohnt ist. Er zieht sich aus. Zuerst die Kappe. Er wirft sie ins Gras und seine Brille obenauf. Dann das Hemd. Geschickt über den Kopf gestreift, klebt es trotzdem ein wenig an seinem verschwitzten Körper. Eine leichte Drehung dessen und der zielstrebige Zug
am Hemd Saum entledigt ihn seines Kleidungsstückes. Das Öffnen der Gürtelschnalle, als geübte Bewegung lässt die kurze Hose fallen. Abstreifend folgt der Schlüpfer. Nun hängen nur noch die Sandalen mit gegurteter Umklammerung an seinen Füßen. Ratsch… und nochmals ratsch. Sie fallen vom erhobenen Fuß und landen im Gras. Ein Drehung und er wendet sich, begleitet vom gnadenlosen Strahlen der Sonne dem Wasser zu. Nur ein paar Schritte und er wird es erreichen, um der Hitze ein Ende zu
machen. Der erster Fuß im Wasser versinkt im moorigen Ton, der aufgeweicht den gesamten Boden des Teiches bedeckt. Bis zu den Knöcheln eingesunken stützt er sich auf das erste Bein, zieht das zweite nach, um auch dessen Fuß im Morast versinken zu fühlen. Kühl und erfrischend sind diese ersten Impulse. Dann das Herausziehen des ersten Fußes, der vom Sog des Bodens erfasst eingeschlossen im unnachgiebigen Tonschlamm festgehalten, nur gegen Widerstand freigegeben werden soll. Noch ein
Schritt, noch ein Tritt und es gibt kein Halten mehr. Sein gesamter Körper fällt unter großem Klatschen auf die Wasseroberfläche, taucht unter und ist frei. Ein Schauer der Frische durchläuft seine Glieder, während er durch Strampeln der Füße den klebenden Ton von der Haut löst. Noch bietet sein Kopf der erbarmungslosen Sonne ein Ziel, den zu verbrennen, den endgültig auszulöschen ihr urteilsloses Ziel zu sein scheint. Nun dreht er sich im Wasser auf den Bauch, nimmt
einen tiefen Atemzug und taucht kopfüber in die kühlende Frische des Teichs. Unter der Wasseroberfläche zieht mit zunehmender Tiefe das kälter werdende Nass unsichtbar an ihm vorüber. Sein Körper saugt die belebende Frische in sich auf, bewegte mit jedem Schwimmzug die nach Erholung dürstenden Glieder und erscheint dann, mit dem Gesicht zuerst zurück auf der Wasseroberfläche. Ein Gefühl der neu gewonnenen Lebensenergie lässt ihn prustend das aufgenommene Wasser aus Mund und Nasenöffnung
blasen. Dann die wischende Hand, welche das unmerklich, vom Ton fein getrübte Nass von seinen Augenliedern wischt. Er schwimmt, taucht nochmals ein, legt sich auf den schwimmenden Rücken und lehnt den Kopf so weit nach hinten, dass seine Ohren von den Geräuschen des Wassers überflutet werden. Ein Blick in den Himmel, auf dessen Oberfläche dasselbe Wasser in Form von Wolken zieht, verwandelt sich seine gegenwärtige Erfahrung in eine Vollkommenheit deren umfassender Reichweite er sich
nicht mehr zu widersetzen braucht. Dank, ist alles, was seine Gegenwart erfüllt. Er fühlt sich ganz, geborgen in den Elementen und weiß über die nahtlose Integrität seines Seins. Allein der Entschluss und die Möglichkeit der kochenden Hitze ein Ende zu setzen hat ausgereicht ihn mit dem zu vereinen, was das Leben Lebendigkeit nennt. Nach ein paar Runden des Schwimmens im kühlen Nass dann die Bemühung sicheren Schrittes das Wasser wieder zu verlassen. Die Sonne hat nicht einmal
seine Haare trocknen können und so erfüllt die natürliche Kühlung weiterhin und noch für lange Zeit seinen Körper. Langsam, nach Boden unter den Füßen tastend, nähert er sich dem Ufer. Immer flacher wird das Wasser, dem zu entsteigen er aber vorerst entsagt, weil unmittelbar vor ihm die kleinen Vögel, deren Gegenwart er schon früher um diese Tageszeit erlebt hatte, badend und trinkend den gleichen Spaß zu genießen ans Wasser gekommen sind. Dann, mit angezogenen Knien
noch schultertief im Wasser sitzend richtet er sich auf. Die Vögel fliegen auf, verlassen sofort ihre Badestelle und er findet sich damit konfrontiert, mit den gekrümmten Zehen der Füße Halt im morastigen Boden zu finden. Ein Rutschen, ein Gleiten, dann das aussichtslose Zurückfallen ins Wasser. Schließlich ein Krallen auf allen Vieren, was ihn ans sichere Ufer zurückbringt. Das Balancieren auf einem Fuß erlaubt schließlich einen Waschvorgang über den er bemüht ist den feinen Ton von
den Füßen zu waschen. Sodann die anschließenden Schritte zurück zur Kleidung. Unter seinen Füßen getrockneter Ton, kleine Klumpen verhafteter Mineralien und mit ihnen die Jahrmillionen ihrer Entstehung. Die Entscheidung der Kleidung ledig zu bleiben, fällt nicht schwer. Kein Mensch weit und breit. Der Weg zurück zum Wohnwagen nicht mehr als vierhundert Meter. Also wirft er sich die Kleidung über die Schulter, greift die Sandalen bei den Schnallen und tippelt, einen Fuß vor den
anderen setzend, Schritt für Schritt seinen Weg zurück. Das Gras, was meist in Büscheln wächst und viele getrocknete Halme beherbergt sticht in die Weichteile der Fußsohlen. In der Bemühung dem damit verbundenen Schmerz möglichst zu entgehen, beginnt er einen Fuß vor den anderen zu schieben. Das dürre Gras reagiert und so setzt er die Füße in den weichen Teppich der federnden Grasbüschel. <Das war gut!>, denkt er, und <Wie gut es mir geht meine Einöde mit einer solchen
Abwechslung bereichern zu dürfen!>
Über dem Schatten der Bäume zeigt sich der erste Zipfel des verheißenden Teichs. Spannung und Vorfreude steigt!
Und hier nochmal das "Wasserloch" in seiner ganzen natürlichen Schönheit. Wer schon einmal vom "Grounding" oder "Earthing" gehört hat weiß, dass negativ geladene Ionen, von der Erde kommend, die elektrische Spannung des menschlichen Körpers ausgleichen können. Dazu gibt es inzwischen Bettlaken und Fußmatten für jene zu kaufen, denen das Barfußlaufen unmöglich bleibt. Das Schwimmen in einem Teich ermöglicht diesen Ausgleich
natürlich, unmittelbar und spontan.
Mit den Enkeln wird der Badespaß im Kampf um die Luftmatratze zu einem besonderen Vergnügen.
Hier ein Frühstücksbesuch in meiner Wohnwagen-Klausur. Eine natürlich willkommene Abwechslung für ein Leben allein.
Hier hat der Opa den Enke für sich ganz allein. Er schaut mit Interesse auf den verunglückten Daumennagel. Dieser machte in "aller Bewusstheit" Bekanntschaft mit einem Hammer. Nicht gerade ein Ereignis mit dem man sich rühmen kann. Der Mangel Wie es tatsächlich um uns bestellt ist, können die, welche mit einer gewissen Sensibilität in den Tag gehen, immer wieder aufs Neue
entdecken. „Wir sind vollkommen!“, heißt es in den verschiedensten Texten alter Weisheiten. Ich habe mich lange gefragt, wie das wohl zu verstehen ist. Nun, es beim Namen zu nennen, musste ich ein gehobenes Alter erreichen, vorher begegnete mir niemand der die Bereitschaft zeigte, oder die Fähigkeit hatte eine Grundlage für diese Verständnis in meinem Intellekt zu formen. Jetzt weiß ich, was es heißt! In unserer Grundeigenschaft als ganzheitliches Bewusstsein, als
das Bewusstsein, welches sich in viele individuelle Geister scheidet, um Erfahrungen im Bereich der „Welt“ möglich zu machen, sind wir eins, sind wir vollkommen und mit allem Wissen gesegnet. In diesem Urzustand leuchten unsere menschlichen Grundwerte, Liebe, Friede, Freiheit, Glück und Schönheit, im alles erhellenden Bewusstsein. Im „Licht der Welt!“
Einmal eingetaucht in die Einschränkungen der Individualität sehnen wir uns intuitiv nach diesem Urzustand des Seins und Wissens, meist
ohne zu wissen, wie wir dahin zurückkommen können. In den meisten Fällen sind wir bemüht diese heimliche Sehnsucht durch objektbezogene Aktivitäten des Menschseins auszugleichen. Wir bemühen uns zum Beispiel einen anderen Menschen zu lieben. Machen jedoch meist unser eigenes Glück von diesem abhängig und laufen somit fast automatisiert in die Falle der Enttäuschung. Zwischenmenschliche Liebe ist wohl die Lösung unseren Mangel auszugleichen, die den größten und lang
andauernsten Effekt nach sich zieht. Erst die Erkenntnis, dass der geliebte Mensch, trotzdem wir ihn brauchen, ein Eigenleben hat, konfrontiert uns erneut mit dem besagten Mangel im Inneren. Oft sind es jedoch andere Objekte, ein Haus, ein Auto, Kinder oder auch belesene Reisen, über die wir versuchen den subtilen Mangel im Gefühl unserer Gegenwart beizulegen. Ähnlich verhält es sich mit Essen, Trinken, Sex oder der Einnahme von bewusstseinsverändernden Substanzen. Alles hat einen nur
kurzfristigen Effekt und führt dann unweigerlich in den Ausgangszustand des Mangels zurück. Eine dauerhafte und progressive, also sich fortbildende Lösung liegt allein in der Erleuchtung, der Erkenntnis dessen, was wir tatsächlich und jenseits von Zeit und Raum sind. Dabei ist das, was ich hier Erleuchtung nenne, keinesfalls etwas, was vollkommen exotisch aus einem metaphysischem Bereich in unser Leben kommt. Nein, absolut nicht! Das Leben selbst, so, wie wir es als „normal“
bezeichnen würden, birgt so viele unglaublich spannende Nuancen, die alles andere als normal sind, dass allein ein erweitertes Bewusstsein über sie ausreicht, uns in anhaltendes Erstaunen zu versetzen. Die oben genannten menschlichen Grundwerte sind Eigenschaften dieser Erkenntnis und ermöglichen uns, uns der eigenen Natur bewusst zu werden. Mit der „Eigenen Natur“ meine ich tatsächlich den Urzustand dessen, was wir sind. Gegenwärtig von der Identität der
Persönlichkeit abgelenkt, kann uns nur der eindeutige Entschluss zur Erkenntnis dazu bewegen, uns über die eingefahrenen Muster hinaus zu bewegen. Die Aktive Umsetzung dieses Anliegens setzt dort an, wo wir den Mangel in unserem Leben bereit sind wahrzunehmen. Er macht sich auf sehr subtile Weise bemerkbar: - Wir fühlen uns nicht gut.
- Wir fühlen uns nicht ganz.
- Wir sind unglücklich.
- Wir sind unzufrieden.
- Wir beziehen diese Gefühle auf Jemanden.
- Wir beziehen diese Gefühle auf Umstände.
- Wir verurteilen uns selbst dafür, dass wir diese Gefühle haben. Usw.
Zu guter Letzt geht es darum, das
aufkommende, oder vorhandene Gefühl in den Fokus zu nehmen, und es zu seinem Ursprung zurückzuverfolgen. Dazu kann man sich der unterschiedlichsten Methoden bedienen. Eine traditionelle Methode ist die Meditation bzw. das Gebet. Aber es gibt unzählig viele andere, die alle das gleiche Ziel verfolgen. Oft gelingt es uns nicht gleich, ist aber, wiederholt durchgeführt immer erfolgreich. Das Zurückverfolgen diese aufkommenden Gefühls des Mangels, führt uns in den
Urzustand unserer Psyche, dorthin wo Stille vorherrscht und die geringste Bewegung wahrnehmbar wird. Dort, wo unser Sein eine unsterbliche Seele ist, eröffnet sich das eigentliche Bewusstsein, welches unabhängig von der Vergänglichkeit der Welt seine Kreativität durch uns, und alle andere Erscheinung zum Ausdruck bringt. Dieses göttliche Bewusstsein ist untrennbar mit uns und mit allem verbunden und nimmt die wellenartige Form des Entstehens und Vergehens unseres Lebens nur temporär
an, während das Bewusstsein selbst, wie ein Element Zeit- und Raumlos bestehen bleibt. Ich hoffe, mit diesem praktischen Erfahrungsbericht nicht übers Ziel hinaus geschossen zu haben. Mit allem Denken und Handeln ist es mir durchaus sehr wichtig, Euch einen Anstoß zur eigenen Entwicklung zu geben. Der Grund dafür ist das Empfinden der Liebe!
Herzlich, Euer Richard C Rickert
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