Der Mantel der Natur Liebe/r Mit der Neu-Integration in meine alte Familie, ist es
mir vergönnt eine Wahrnehmung für die Natur zu entwickeln, die immer ungeahntere Erweiterungen erfährt. Es ist wohl ein grundlegend entspannter Zustand, aus dem heraus mir diese Erscheinungen zukommen. Eines ist auf jeden Fall sicher: Meine „normale“ Wahrnehmung der Welt scheint auf den Kopf gestellt! Je länger ich mich an einem Ort aufhalte, desto offensichtlicher wird die Akzeptanz der vorkommenden Fauna. Emus und Kangaroos gehören wohl darunter zu den größere, auffallenderen Arten. Aber
auch winzige Zeitgenossen, wie zum Beispiel kleine Echsen und finkengroße Vögelchen sammeln sich um meinen, inzwischen akzeptierten Wohnwagen. Alles in Allem schenkt es mir das Gefühl der Zugehörigkeit. Alles lebt und ich lebe mitten darin. Wie schon im letzten Newsletter erwähnt, ist das Feuer ein Teil der natürlichen Zirkulation. Es ist immer und für alle Beteiligten von Vorteil, wenn dieses zu einer Jahreszeit stattfindet, wenn die Gefahr Schaden zu nehmen am geringsten ist. Sogar
die größeren Mammal (Säugetiere) dürften dankbar sein, wenn sie den noch nur kleinen Flammen mit ein paar schnellen Bewegungen entkommen können.
Ich bin umgeben von einer großen Harmonie. Manchmal steht die Sonne für Tage verlässlich am Himmel und füllt mit ihrem Licht meine durstigen Energie-Reserven (Batterien), die ich für meinen Starlink nutze. Der Starlink ermöglicht mir, auch im tiefsten Busch mit Euch in Verbindung zu treten und ist deshalb, ohne Vorbehalte, eine
gern gesehene Technologie für mich. Dann erscheint mit zunehmender Kraft, ein Wind der Veränderung, Wolken ziehen auf und – weil es des Nachts noch kalt ist – bringen sie eine Chance von Regen. Regen ist hier, wie Ihr Euch denken könnt, etwas besonders Kostbares. Das Lebenselixier Wasser fällt hier gerade ausreichend, um die natürliche Flora überleben zu lassen. Dabei muss man hervorheben, wie sehr sich Baum und Strauch an die meist heiß trockenen Verhältnisse angepasst haben.
Nicht jeder von ihnen kann eine mehrjährige Periode ohne Wasser überstehen, aber viele sind doch darauf vorbereitet. So auch wir! In gigantischen Wassertanks fassen wir jeweils bis zu 375000 Liter. Ein in 5 km Entfernung gebohrter Brunnen liefert ein zwar etwas salziges Wasser, was jedoch zum Waschen und für den allgemeinen Gebrauch gut und klar ist. So ziehen die Tage ins Land und fordern von uns wach zu bleiben, damit die Schönheiten nicht ungesehen an uns
vorbeigehen. Übrigens sind natürlich viele Worte unserer Sprache auf Bestimmtes bezogen, meinen jedoch dasselbe. Gerade das Erkennen von Schönheit wird unmittelbar von dem Gefühl der Liebe bereichert. Sehe ich die Schönheit, liebe ich auch das was ich sehe! Vor dem Hintergrund blühender Akazienbüsche fällt das Strahlen nicht schwer. Emus sind jahrtausende alte Laufvögel die, aus den Zeiten der Dinosaurier, noch heute zu diesem uralten Kontinent gehören. Sie leben von Vegetation und kleinen Insekten. Hier grased ein junger Vogel direkt neben meinem Starlink, unmittelbar vor dem Wohnwagen. Auch Kangaroos, wie diese hier, haben inzwischen die Scheu vor meiner Anwesenheit verloren. Sie wissen ich schieße nicht, sondern genieße die Freiheit ihrer Anwesenheit. Ein "Jackie Winter", ein Meisen großer Vogel sitzt hier vor mir und lauert den im Gras versteckten Insekten auf, während ich mein Frühstück zu mir nehme. Hier nochmal ein Blick in das "kontrollierte" Inferno. Tatsächlich sind diese Flammen harmlos für Pflanze, Tier und Mensch. Zu heißeren Jahreszeiten stehen ganze Bäume und Wälder, mit Flammen die hoch über die Baumkronen schießen in Brand. Doch auch von diesen Apokalypsen erholen sich die Wälder wieder. Sie haben Strategien entwickelt, die das Leben der Vegetation sichern, solange auch nur der geringste
Regen fällt. Gepflegte Schafherden ziehen übers winterliche Land, halten den Bewuchs kurz und folgen uns Menschen für ein paar Leckerbissen. Bei kleinen Herden von 200 Stück ist die Zutrauligkeit noch sehr hoch. Fast kann man sie aus der Hand füttern. „Ich“ unter die Lupe genommen In meinem kleinen philosophischen Essay möchte ich an dieser Stelle nochmal auf das zu sprechen kommen, was wir als „Ich“ bezeichnen. Es ist eines der ersten Worte, die wir benutzen, um uns selbst zu bezeichnen. Schon als Kleinkinder hat das „Ich“ eine herausragende Bedeutung. „Ich“ das sind wir, mit allem, was wir sind
und haben. Dabei bezieht sich diese Bezeichnung in der Wirklichkeit ausschließlich auf die Fähigkeit bewusst wahrzunehmen. Wir sind das, was bewusst ist! Alles Andere ist nicht nur vergänglich, sondern verändert sich im Laufe unseres Lebens so gravierend, dass es sogar jegliche Ähnlichkeit mit dem in der Vergangenheit Existierenden verliert. Hier wird überdeutlich, dass wir, wenn wir „Ich“ sagen, etwas meinen, was mit dieser Veränderung wenig, oder gar nichts zu tun hat. Wir beziehen
uns also auf etwas, was einen zeitlosen Charakter aufweist, und in aller Konsequenz, in uns allen das Gleiche ist. Es scheint uns ja, da wir, in unserer Erscheinung Individuen sind, besonders wichtig, uns von anderen zu unterscheiden. Das ist sicher gut und richtig so. Jede Schneeflocke unterscheidet sich von der anderen und bleibt deswegen trotzdem Wasser. So ist es auch mit uns! Über die lange Zeit unserer Entwicklung haben wir, aufgrund individuellen Überlebens, besonderes
Augenmerk auf unseren Individualismus gelegt, welcher, als getrennt vom anderen empfunden, leider immer wieder sehr großes Leid auf der Welt erzeugte. Nun, so scheint es, ist es an der Zeit, unsere tatsächliche Identität wahrzunehmen. Das Wichtigste in uns, das „Ich“ teilen wir nicht nur mit allen anderen Menschen, sondern mit der gesamten Kreatur. Erst durch das eigene Erkennen dieser Wirk-Lichkeit, lernen wir uns selbst zu lieben und die Qualitäten unserer Identität zu
schätzen. Alle von uns besonders hervorgehobenen Lebensqualitäten sind in der Identität des „Ichs“ natürlicherweise Zuhause: Liebe, Harmonie, Mitgefühl, Glücklichsein, Friede und Freiheit sind nur eine Auswahl dieser hoch geschätzten Werte. Die eigentliche Erfahrung dieser Werte, liegt im Raum zwischen den Gedanken. Sogar ohne unseren Gedankenfluss einschränken zu müssen, sind wir in der Lage, das Bewusstsein als eigentliche Identität herauszufiltern. Wir sind, jetzt, in
diesem Augenblick, das, was wir schon immer waren, immer sein wollten, und immer sein werden! Herzlich, Euer Richard C Rickert |
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