Mit speziellem Werkzeug wird Feuer gegen den Notfall gelegt! Feuer im Land der glühenden Kohlen Liebe/r Die Wolken des frühen Morgens waren vorbeigezogen, und die Sonne
hatte sich bereits die Dominanz am Himmel erobert, als meine Nachbarin Petra mich auf eine Stippvisite besuchte. Wir saßen albernd, philosophierend und die seltene Gelegenheit eines ungestörten Austausches genießend im strahlenden Sonnenlicht, als Petra in Richtung Osten gestikulierte, stammelnd: „Da brennt’s!“ Mit der Erfahrung vieler Jahre des Lebens im Busch antwortete ich ihr mit der Ruhe eines vom Feuer Gegerbten. „Das ist sicher kein Problem, Petra. Bernhard wird „Eagel
Valley“ (das Tal in dem er mit Frau „Bella“ und fast zweijährigem Sohn Archie lebt) für den Sommer vorbereiten. Das ist hier nämlich so: Die australische Natur hat aufgrund der ungebremsten Sonneneinstrahlung das Feuer zu einem Teil ihrer Regeneration gemacht. Viele der wild wachsenden Pflanzen, bringen Saatgut hervor, was nur unter der Einwirkung von Feuer aufgehen und keimen kann. Wenn also das üppig gewachsene Gras über Jahre im Halm steht, die abgestorbenen Äste
der Bäume und deren hoch Öl haltigen Blätter sich am Boden sammeln, braucht es in der Hitze des Sommers nur einen Funken, um einen gesamten Landstrich in Flammen aufgehen zu lassen. Diese Funktion, welche, wie erwähnt, ein Bestandteil der hiesigen Flora ist, kann an Gefährlichkeit mit dem Vorkommen von Vulkanausbrüchen oder Erdbeben in anderen Ländern verglichen werden. Der Wunsch dort zu leben, bleibt aufgrund der unvergleichlichen Schönheit, der Wärme und dem davon beeinflussten positiven
Gemüt der Einwohner, unverändert bestehen. Die Sonne scheint und das Leben bringt Freude.
Zurück zum morgendlichen Sonntag: Petra und ich waren noch im Gespräch vertieft, als die erste schwarze Rauchwolke zum Himmel drängte. „Oh, das sieht danach aus, als wenn Kunststoff, Reifen oder Ähnliches verbrennt.“: kommentierte ich. Im nächsten Augenblick kam Maria auch schon in Höchstgeschwindigkeit den holprigen Pfad zu meinem Wohnwagen durch die Weide gepflügt. Die Wagentür
flog auf und ihre verzweifelten Worte fielen über uns her: „Feuer, Feuer! Bernhard „is back burning“. Bella hat angerufen, die Lage ist außer Kontrolle!“ „Back-Burning“ bezieht sich auf ein bewusst gelegtes Feuer in der Kühle des Winters, damit die Brennstoff-Ansammlung für den heißen Sommer unter Kontrolle gehalten wird. Die Übung ist also notwendig und wurde für Jahrtausende von den Ureinwohnern als Jagdmethode eingesetzt. Im Eiltempo schlüpfte ich in feste Klamotten, schwang
mich auf den Fahrersitz meines Allrad getriebenen Fahrzeugs und fuhr um den Löschanhänger zu holen. Dann ging es so schnell wie möglich zur Brandstelle. Große Flammenwände bewegten sich inzwischen auf Haus und Hof. zu. Von der verbrannten Seite kommend rollte ich den Löschschlauch aus und gab Wasser. Da wo es fiel, verwandelte sich die Situation sofort in Rauch. Wie gut, dass unsere Welt für alles einen Gegensatz kennt! Es dauerte nicht lange bis die Situation
unmittelbar am Haus unter Kontrolle war. Fast setzte ein Zustand der Entspannung ein, als es hieß: „Das Feuer (welches inzwischen im Westen auf die Klippen geklettert war) kommt zurück. Die Westseite der Weide steht schon hoch in Flammen!“ Gleiche Aktion nochmal. Die Fotos hängen an. Natürlich nach dem Löscheinsatz, da während des Brandes ein Photographieren ausgeschlossen ist. Eine weitere Aktion schickte uns zu den höher gelegenen Wassertanks, deren Wände aus Kunststoff
bestehen und deswegen den Flammen mit Leichtigkeit erliegen können. Wir räumten auf, harkten den Boden und vernichteten das im Sand gewachsene Gras. Dann ein gezieltes Back-Burning und alles schien unter Kontrolle. Dachten wir! Dabei fanden wir beim Abstieg, dass die hochgewachsene Weide nun von Süden her brannte. Das Gleiche also nochmal! Schwarz vom Ruß, hungrig und durstig gönnten wir uns dann eine Pause, um für den abgesprochenen Back-Burn am Abend gut gewappnet zu sein. Es
fehlte noch die Brandzone gen Osten, um das Haus für den Notfall vorbereitet zu haben. Erst dann lässt sich wieder entspannen und genießen. Das sind also die Vorbereitungen für den Sommer. Sie können, unter Umständen, auch Angst machen, aber die Gewöhnung im Umgang mit den Flammen, ermöglicht dauerhaft eine entspannte Haltung dazu. |
Entspannte Lagebesprechung nach abklingenden Feuerfronten mit Sohn Bernhard Der Ältere Sohn Johannes ist Deputy Fire Captain in der nachbarschaftlichen Brigate. Die Nachbarschaft erstreckt sich über 30 km. Nicht immer ist eine beabsichtigte Dramatisierung der Situation angebracht. Hier aber, vor lauter Freude, über den gemeinsam erzielten Erfolg! Bei dieser Aktion eine Kette um einen brennenden Baum zu legen, stand ich sprichwörtlich auf "heißen Kohlen", und verlor die Sohlen meiner Schuhe. Die ersten Frühlingsboten, sind die Akazienbüsche. Die "Wattle" genannten Büsche die hier überall im Wald verteilt stehen, blühen in strahlend gelber Pracht! Mit der gleichen Freude halten Enkelkinder die frisch geborenen Lämmer und Großmütter schauen beglückt zu. Im Hintergrund die Wattle Blüte in größerer Ausführung. So und jetzt der Beitrag zum innerlichen Aufbau. Das Licht der Welt! In abgespeckter Form möchte ich heute über meine Erkenntnisse
zum „Licht der Welt“ mit Euch teilen. Dass die Phrase religiösen Ursprungs ist, dürfte für die Wenigsten von uns Neues bedeuten. In der, ja sogar durch Schulen übertragenen Geschichte, ist es der Jesu Christ, der das Licht in die Welt brachte. Nun, wenn vielleicht auch andere daran beteiligt waren, geht es doch im Grunde um das Licht selbst, und wie wir verstehen, was das überhaupt bedeuten könnte. Die Antwort meines Sohnes Johannes war spontan: „ Na, die Sonne natürlich,
Papa!“ Geradeso als wollte er sagen: „Ach, was Du immer hast mit Deinem Licht der Welt?“ So leicht lasse ich mich jedoch nicht abwimmeln. Ich antwortete ihm: „Das Licht der Welt, mein Sohn, ist Dein Bewusstsein!“ Und diese Aussage beinhaltet dann auch schon das, was uns alle betroffen macht. Es ist unsere Wahrnehmung, unser Bewusstsein, mit dem wir Licht in diese Welt bringen. Die dumpfe Ausführung triebhaft orientierten Verhaltens hat lange genug die Welt verdunkelt. Da
nützen die hellsten Strahlen der Sonne nichts, wenn der Blick über das eigene Bankkonto nicht hinausreicht. Und erkennen wir, dass es das Licht des Bewusstseins ist, welches diese Welt erhellt, liegt der Schritt zu erkennen, dass wir über Selbiges mit der Allkraft der Schöpfung verbunden sind, auch nicht mehr fern. Wir sind das Licht! Leben wir also dementsprechend! Aber bevor wir uns selbst dazu verpflichten, sollten wir dieses Licht in uns erkennen, es leben, es
genießen, um es dann endgültig zu sein und zu bleiben. Sind wir es bewusst, ist alles eine Freude, und ohne Anstrengung, folgen wir den inneren Anweisungen, denen wir zu folgen geboren wurden.
Eine gute Lebensreise wünscht Euch, Richard C Rickert |
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