Feuchtgebiete und was
sie mit uns machen…. Liebe/r Der Morgen war noch nicht ergraut als ich in Vorfreude auf meinen Besuch in den Macquarie
Marshes, so heißen die Feuchtgebiete, die sich dort ergießen, wo der Fluss Macquarie über die große Ebene im Inneren Australien fließt. Es gab viel vorzubereiten. Auf keinen Fall wollte ich ohne meinen täglichen Rohkostbedarf zu decken eine anstrengende Anfahrt antreten. Dreieinhalb Stunden über Australiens Straßen und ein großer Teil davon ist einspurig. Eine Warnung am Straßenrand verspricht: Road Trains for the next 170km. Road Trains sind die langen Transportfahrzeuge die bis zu 6 Anhänger hinter sich schleppen. Da heißt es nichts wie von der Straße runter, wie Ihr Euch denken könnt. Ich lebe in einem bergigen Gebiet vulkanischen Ursprungs. Ein Besuch in der Ebene ist darum, um so beeindruckender. So weit das Auge reicht gelb blühender Raps. Da sind Felder, die sich über 20, 30 und mehr Kilometer erstrecken.
Und irgendwo zwischen einer Reihe Bäume erkennt man die helle Reflektion eines Hauses. Da das gesamte Gebiet, wenn der Mcquarie sich ausdehnt, regelmäßig für Monate unter Wasser geht, sind die Farmer dort, für diese Zeit von der Welt, in der man einkaufen kann, abgeschnitten. Zur Begrüßung am Wochenendhaus erzählte uns die Gastgeberin auch gleich aus eigener Erfahrung. Die letzte Flut isolierte sie und ihre Familie
für ganze 8 Monate. Na, da will man gut vorbereitet sein! Und natürlich, eines ist sicher, wenn die Menschen das Leben dort draußen nicht lieben würden, wären sie wohl woanders. Mein Sohn Bernhard fuhr nach Bezug des Hauses aus den Sechzigern dann gleich mit seinem Freund Leo los um zusätzliche
Kanus zu besorgen, sodass wir uns noch am gleichen Tag auf die sich zwischen Schilf ausdehnende Wasserfläche zu begeben. Leider war es mir nicht möglich das Vogelleben im Detail aufzunehmen, dafür fehlt mir einfach das richtige Objektiv, aber ich kann Euch von großen Schwärmen schwarzer Schwäne, Schilfhühnern und Pelikanen berichten. Von uns aufgescheucht flogen sie dann über uns, um sich irgendwo in dem, sich über
80 Quadratkilometer erstreckenden Gebiet wieder niederzulassen. So habe ich dann meine Konzentration den Wolkenformationen geschenkt. Ihr wisst wie es ist, wenn die Strahlen der Sonne in Bündeln durch die Wolkendecke sich auf die Erde ergießen. Für mich, ist es immer gerade so, als wenn ein göttliche Verheißung mir vom Paradies
erzählt. Nach nur etwas zwei Stunden neigte sich der Tag dann dem Ende zu, und um auf den riesigen Wasserflächen nicht verloren zu gehen, war es auch für uns Zeit heimzukehren. „Nur zwei Stunden denkt man, und doch sagt das Gefühl, wir haben einen Augenblick Ewigkeit
erlebt.“
Ein paar schöne Stunden am Lagerfeuer und der aufregende Tag neigte sich zur Bettzeit. Dann noch ein gemeinsames Frühstück und schon wieder ging es auf dem langen Weg durch die Ebene zurück. Ein in Australien regelmäßig auftretendes Phänomen, sind die Reisen über lange Strecken, bei
denen man hunderte von Kilometern durch die Landschaft zurücklegt und gleichsam das Gefühl behält, man sei soeben erst losgefahren. Am Straßenrand erstrecken sich die Flocken der transportierten Baumwolle ins Endlose. Das in Vorfreude schwelgende Team bevor es in die Boote geht. Mein Sohn Bernhard ganz links. Dazwischen seine Schwiegereltern und Frau. Und rechts der Freund der Familie (Parks & Wildlife Ranger) Leo Butler. Archie, mit eineinhalb Jahren mit auf Abenteuer Ertrunkene Bäume, die dann für Jahrzehnte einen Platz für die Vögel bieten. Frühstück am Herbergstisch Archie, immer ein Zentrum unserer Aufmerksamkeit. Und hier wieder mein philosophischer Beitrag: Reflektion über unseren Grundzustand Was ich hier als Grundzustand bezeichne, ist nichts Anderes als das was wir „Ich“ nennen. Wie selbstverständlich setzen wir diesen Begriff ein und gehen davon aus, dass jeder weiß, worum es sich handelt. Stellt man gleichzeitig die Frage: „Wer bin ich?“ muss der Weg die Antwort zu
bekommen über das führen, was dauerhaft und unveränderlich als „Ich“ bezeichnet werden kann. Auf dem Weg dorthin dürfen wir alle Formen der Erfahrung, Gefühle, Bilder, Laute und so weiter zurücklassen. Sie alle sind in ständiger Veränderung in uns auf der Durchreise. Währenddessen aber ist das „Ich“ eine dauerhafte Identität, die unverändert mit uns (sie ist was wir sind) alt wird und ununterbrochen das Gefühl
vermittelt der/dieselbe zu sein. Was ist also das Ich und in welchem Verhältnis steht es zum Phänomen des Lebens? Diese Frage ist zwar leicht zu beantworten, jedoch bleibt die Antwort, für die Meisten von uns, schwer zu verstehen. Trotz der verblüffenden Logik, mit der ich Euch gleich behelligen
werde, sind wir im Einzelnen, so mit dem Inhalt des Lebens verstrickt, dass es uns schwer fällt, dass nach welchem wir uns regelmäßig sehnen (Frieden, Freiheit und das Glücklichsein) als Grundlegend zu erkennen. Natürlich geht es wieder einmal um das Bewusstsein. Und zwar, um das Bewusstsein in reinster Form. Frage: Bin ich jetzt bewusst? Reflektion des Bewusstseins Antwort: Ja, ich bin jetzt bewusst! Die Frage ist ein
Gedanke, sowie es die Antwort ist. Die Reflektion jedoch äußert sich im dimensionslosen Bewusstsein selbst. Es ist! Das zeitlose, raumlose Bewusstsein ist überall, alles entspringt ihm und es ist Alles. Über es sind wir mit Allen und Allem verbunden. Es ist unsere Heimat und Identität und ohne es, gäbe es keine Erfahrung und damit keine Welt! Wenn wir vom Tage ermüdet unser Bett aufsuchen, erholen wir uns am besten, wenn der Geist mit dem wir uns im Allgemeinen identifizieren vollkommen zur Ruhe kommt. Dann kehren wir heim ins reine Bewusstsein, in unseren Urzustand, und gehen erholt und energiegeladen wieder in einen neuen Tag. Der Grund warum wir diesen reinen Zustand nicht, oder nur sehr bedingt,
reflektieren können, liegt darin, dass er keine objektbezogene Erfahrung zulässt. Er ist das was man in der Wissenschaft Unity Field oder Quantenfeld nennt. Es handelt sich um ein dimensionsloses Feld in dem alles Potential der Universen zu Hause ist. Damit sind wir ein unmittelbares Resultat, für immer damit verbunden, und verändern somit nur unsere äußere Form. Bis zur kommenden Woche! Herzlich, Euer Richard C Rickert |
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