Liebe/r Reisen, Arbeit und Brot Heute möchte ich Euch von den wunderbaren jungen Leuten berichten, die hier mit ihren Rucksäcken durch den ganzen Kontinent reisen und es lieben sich zu treffen, zusammen zu arbeiten und zusammen zu feiern. In Australien gibt es eine Einrichtung, die man WOOF nennt. Diejenigen die sich dafür einschreiben werden Woofer genannt. Es
handelt sich um junge Rucksackreisende, die, meist mit wenig Geld ihre Reise durch Australien machen wollen und es meist auch nicht eilig haben wieder nach Hause zu kommen. WOOF steht für „Willing Workers on Organic Farms“, also: „Bereitwillige Arbeiter für Biohöfe”. Die Wirklichkeit ist zwar ein wenig breiter gesteckt, aber im Prinzip stimmt es schon. Höfe die solche jungen Menschen aufnehmen, profitieren natürlich von deren Arbeit, gehen aber oft genug auch fifty/fifty aus. Immerhin
muß Zeit und Aufmerksamkeit investiert werden den jungen Menschen einen Job aufs Auge zu drücken. Geht derjenige dann schon bald wieder, war es der Mühe umsonst. Alles in Allem jedoch funktioniert diese Einrichtung wunderbar. Junge Rucksackreisende aus aller Welt kommen so zum Beispiel auch auf die „Barkala“ Farm und in die „Pilliga Pottery“, in der ja auch ich meinen Zuständigkeiten nachgehe, um die Rechnungen zu bezahlen. Junge Reisende also arbeiten vier Stunden am
Tag, fünf Tage die Woche und bekommen dafür ein Bett und Vollverpflegung. In all den Jahren habe ich noch niemanden erlebt der vollends unglücklich damit war. Natürlich gibt es Jobunterschiede und so mancher tut den einen lieber als den anderen. Eines jedoch ist sicher, der Zusammenhalt und die Freude ist den jungen Leuten mehr als anzusehen. Die meisten von ihnen sind für mindestens ein Jahr, wenn nicht länger unterwegs. Wer länger als ein Jahr in Australien bleiben will, muss
sich für ganze drei Monate gegen Lohn auf einer Farm verpflichten und erarbeitet sich so das Recht ein weiteres Jahresvisa zu bekommen. Viel mehr kann ich eigentlich auch schon nicht sagen. Das heißt, Anlass für meinen kurzen Bericht war Estella. Sie kam uns aus Taiwan besuchen und blieb für zwei Monate. Aus einer der gigantischen Städte Taiwans kommend, war ihr das Landleben neu und sofort heiß geliebt. Mit Leidenschaft erfüllte sie alle ihre Aufgaben und kümmerte sich
außerdem um die Hilfe benötigenden Tiere mit großem Herzen. Ja, tatsächlich hinterließ Estalla bei mir, trotz unseres wirklich sehr geringen Kontaktes, eine bleibende Erinnerung, so herzlich und offen war alles was sie beizutragen hatte. Ich persönlich sehe dann immer gleich „den lebendigen Gott“ in den Menschen, denn das ist nun mal der einzige Ort an dem die Liebe in so reichhaltiger Form zu finden ist. Ich hoffe die von mir erstellten Bilder geben Euch einen kleinen
Eindruck vom freudigen Enthusiasmus, den diese jungen Menschen mitbringen.
In der Mitte Estella (aus Taiwan), die hier soeben ihre traditionelle Mahlzeit für die vielen hungrigen Freunde serviert.
Am Tisch von links nach rechts, Maria, die mit ihrem Fleiß, Weitsinn und ihrer Hingabe das Matriarchate des Unternehmens hält. Daneben Schwiegertochter Bella, Frau des Baumeisters Bernhard. Und rechts Julie, deren erste Aufgabe es war den Kindern eine Schulbildung zu geben. Heute verziert sie mit ihrem Talent die vielen Töpfe mit keltischen und anderen Motiven.
Das lachende Zentrum, Elke, die heutige Lehrerin für den Nachwuchs an Kindern. Wir befinden uns hier am Tisch der Woofer. Vorne Estella und links neben Elke Marta und Rosi. Marta aus Italien und Rosi aus Korea.
Der bärtige Joel hat seinen festen Platz in der Töpferei, während Elia zusammen mit Marta durch Australien reist um Eindrücke für seine Bildhauerei zu sammeln.
Noch nicht vorgestellt hier Giuliana im rechten Vordergrund. Sie kommt aus Argentinien und reist seit einem Jahr allein durch Australien. Das Bild macht deutlich mit welcher Lebenslust sie alle unterwegs sind.
Und hier das für Euch, was ich genauso intensiv für mich selbst schreibe. Immerhin kommt das, was rauskommt, zu guter Letzt auch nicht von mir. Was meint Ihr, ist das zu tief in die Tasche des Universums gegriffen, wenn ich behaupte, dass nichts von dem was wir sind auf unserem ureigenem Mist gewachsen ist? Für mich selbst, behaupte ich das schon lange, fühle ich doch, dass nicht mal ein Gedanke oder die daraus
folgende Aktion mir persönlich gehört. Zugegeben, für die Zeit der Entwicklung, brauchen wir immer wieder auch das Gefühl „Der/Die bin ich“. Dann laufen wir in folge mit angehobener Brust und manchmal sogar hoher Nase, vor lauter Stolz, dass es schlussendlich geklappt hat. Für mich, so ganz heimlich und alleine, denke ich dann daran, dass es nichts gibt, keinen Körper, keine Persönlichkeit, keine Fähigkeiten, keinen Gedanken und kein Gefühl, wenn es nicht um das Geschenk des
Lebens wäre. Und das Geschenk des Lebens, ist das etwas, was irgendwann einmal zu uns gekommen ist? Waren wir schon da, als es kam? Oder hat es uns aus dem was wir waren ausgesondert und uns eine Rolle, eine Aufgabe auferlegt? Nun, ich würde sagen beides: Wir wurden aus dem was wir waren (Reines Bewusstsein) ausgesondert, während wir gleichzeitig das Selbe blieben, und bekamen eine Rolle und Aufgabe, allein, in dem wir alles was wir tatsächlich sind, vergaßen. Wie dem auch
sei, Sinn macht das Leben erst, so meine ich, wenn der Kreis geschlossen ist. Wenn wir mit dem was wir tun, denken und fühlen, für das da sind, was uns ursprünglich hervorbrachte. Dann sind wir ein Werkzeug der Schönheit. Wobei Schönheit nur ein anders Wort für Liebe ist. Schauen wir also in die Schönheit eines Sonnenuntergangs, dürfen wir die Schönheit wie eine Verheißung in uns aufnehmen. Danke, scheint mir dafür das Wort der Verbindung zu sein. Fühle ich mich getrennt und
hoffnungslos verloren, erinnere ich mich dieser Grundsätze, stottere ein „Danke“ in die „Große Leere“ der getrennten Existenz, und erkenne: „Alles ist Eins!“
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