Liebe/r
Hier vorweg ein kleiner Bericht einer Reise nach Dubbo, der am schnellsten Wachsenden Stadt Australiens.
Das Wort „Dubbo“ findet seinen Ursprung in einer Aborigines Sprache und übersetzt sich als „Rote Erde“. Und genau darauf ist sie erbaut und breitet sich aus und breitet sich aus.
Wir erleben die ersten Tage des Oktobers und zählen 35°C. Die Bewegungen der
Menschen in den Straßen sind von Entspannung geprägt. Kurze Hosen, dünne Sommerkleider und dazu meistens Badeschlappen.
Gegen späten Nachmittag erreiche ich das Terramungemine Reserve, ausgezeichnet als freier Zeltplatz am Macquarie River. Caravan abgehängt mache ich mich gleich nach der Ankunft auf ins Gewühl der Einkaufsstadt und erledige tatsächlich einen Großteil der gut notierten Liste.
Am nächsten Tag Zähne checken, neue Brillengläser und Computer Reparatur. Alles
erledigt lange bevor die Geschäfte schließen.
Der Camp Ground liegt zehn Kilometer außerhalb und so fahre ich heim in mein kleines fahrbares Zuhause.
Für den nächsten Morgen ist die Abreise geplant. Vorher noch schnell ein Trip zur Tanke und dann geht’s los.
Schon beim Starten des Motors eine auffällige Verzögerung, dann ein eher schleppender, müder Motor. Aber, was will man denn, er bringt mich gute zwanzig Kilometer die Straße runter und gibt dann seinen Geist
auf.
Hier stehe ich also mit dem langen Geschoss. Alles zusammen macht die Kombination eine Länge von über 12 Metern. Halb auf der Straße, rufe ich sofort den australischen Auto Club. Eine freundliche Stimme weist mich in die Regeln ein und sagt einen Abschleppdienst in den nächsten zwei Stunden zu.
Kaum war das Telefongespräch beendet, hält zum zweiten Mal ein Wagen aus dem ein hilfreicher Fahrer steigt und wissen will was er tun kann. Jaja, auf dieser Strecke, die sich
über zirka 200 Kilometer zieht fährt mal hier ein Fahrzeug und mal da. Nicht sehr viele halt und die, welche dann unterwegs sind, brauchen einander unter Umständen.
Der Fahrer stellt sich als Mechaniker vor und macht einen falschen Tankinhalt für meine Misere aus.
Mit dieser Neuigkeit weiß ich zwar mehr, fühle mich aber, naja, nicht so gut, was meine Integrität als bewusster Mensch betrifft.
Dann aber lasse ich alles los. Die sich im Kreise drehenden Gedanken über
entstehende Kosten, der vermeintliche Integritätsverlust, alles bleibt auf der Strecke. Ich akzeptiere die Situation, entspanne und hole meinen Liegestuhl raus. So, mit einem Buch in der Hand im Schatten liegend warte ich auf den Abschleppdienst.
Der kommt dann auch, nach drei Stunden. Ein junger Mann mit Bart, glücklich seine Aufgabe zu erfüllen und mit vollen Plänen den Betrieb seiner Eltern zu übernehmen.
Er beruhigt mich: "Keine Sorge, es liegt nicht an Ihnen, sondern
passiert im Durchschnitt drei bis vier Mal pro Woche! Benzin im Dieseltank ist also keine Ausnahme." Dabei hätte ich allein auf die schwarze Farbe der Schlauchnase achten müssen. Mmmh!
Ehe ich mich’s versehe, steht mein schweres Fahrzeug auf der Ladefläche und der Caravan hängt hinten dran.
Landstraße auf beiden Seiten bewaldete Böschung, umdrehen, kein Problem. „Es gibt keine Situation die man nicht irgendwie meistern kann.“: Das ist ein Grundsatz der hier eine alles
überschreibende Gültigkeit kennt.
Schon bald sind wir die rollende Straße hinunter zurück in Dubbo und er lädt mich und mein Gefährt fürs lange Wochenende auf einem Camp Ground ab.
Hier bewahrheitet sich, was mir schon lange klar war: Meine Schreibkarriere findet die größte Unterstützung, wenn ich die Farm meiner Familie hinter mir lasse.
Seitdem ich hier auf dem Camp Ground bin, habe ich viele Seiten meines neuen Buches geschrieben und gehe darin auf, eine der unendlich
vielen Geschichten, die das Leben schreibt, mit dem Fokus auf eine wahre Lernkurve zu beschreiben.
Ja, das ist mein Ziel! Die vielen spirituellen Zusammenhänge, die mir im Laufe meines Lebens zu Bewusstsein kamen, hätten das Potential ein Sachbuch zu schreiben. Stattdessen ziele ich lieber darauf, diese Resultate in Romane zu verarbeiteten. Ja, da kommt Freude auf!