Liebe/r Meine Zeitreise nimmt immer wieder neue Formen an. Mal geniesse ich meine Eigene Gesellschaft, bin gern allein und arbeite so vor mich hin, und mal suche ich die Reflektion in anderen, tausche aus und kitzle die inspirative Perspektive, die mir vorher abhanden gekommen war, durch Gespräche wieder raus. So ging es mir vor ein paar Tagen, als ich, nach getaner
Arbeit noch benachbarte Freunde an einem großen Lagerfeuer aufsuchte. Wir saßen zuletzt zwar nur noch zu dritt, jedoch war die Beziehung zueinander so intensiv und lebendig, dass ein Echo davon weit in meine später einsame Nacht hallte. Auf dem Weg zu meinem Wohnwagen, der auf einem Hügel in geraumer Entfernung, nur vorbei an den schemenhaften Schatten der Bäume erreichbar ist, wurden mir die Lichtverhältnisse, verursacht durch den Schein des vollen Mondes, so eindringlich nahe gebracht, dass
ich wusste, der Griff zur Kamera ist ein notwendiger Schritt. Dabei bin ich, nach all den Jahren, noch immer ein Anfänger, was den Umgang mit diesem hoch komplizierten Geraet betrifft. Nach einigen Studien jedoch, konnte ich, wohl mehr durch Glueck als Können, eine Aufnahmetechnik entdecken, die halbwegs die vorherschende Atmosphäre wiedergeben kann. Lasst Euch also diesesmal von meinen Nachtbildern mitreißen. Der angehaengte philosophische Teil tut dann hoffentlich den
Rest.
Hier mit Bernhard, meinem Siebenunddreissigjaehrigen, am Vortag der Vollmondnacht.
Ein Lagerfeuer ist immer die beste Art eine Nacht einzulaeuten. "Leg noch einen Scheit nach!" , heisst es, und so schlittern wir tiefer und tiefer in die Magie der Dunkelheit.
Und dann steht der Mond ueber den Bäumen. Wie ein beschwoerendes Licht zieht er seine Bahn ueber den Himmel, laesst die Schatten aufleben und erregt die Fantasie in uns, wie nur er es kann.
Die Lichtschatten des Mondes reflektieren gespentisch auf den Rinden schemenhafter Baeume. Dabei gluckste mein Herz und die Freude trieb mich, immer weitere Versuche mit der Kamera zu unternehmen.
Das ich die Lichter der Sterne so einfangen koennte, wagte ich nicht zu traeumen. Absolute Stille, ein kuehler Hauch von dunkler Nacht und eine offensichtliche Verheißung, die so nur ein schwarzer Himmel zu geben bereit ist.
Und hier was mich sonst noch beschäftigt! Übrigens schreibe ich momentan mit einer englischen Tastatur. Da kann ich so dann und wann die Umlaute nur ersetzen. Verbindungen werden räumlich unterbrochen und bleiben dennoch aktiv in Kontakt. Überall auf der Welt ist es heute möglich über elektronische Kanäle mit Familie und Freunden in
Verbindung zu bleiben. Das konnte ich mit Freude feststellen nachdem ich Elon Musks Starlink installierte.So eng sind wir inzwischen mit unseren elektronischen Verbindungsmoeglichkeiten verknuepft, dass ein paar Tage ohne sie nicht ohne das Gefuehl von relativer Isolation an uns vorbeigeht. Oder wir koennen unseren Verpflichtungen, oder manchmal auch unserem Lebensunterhalt nicht gerecht werden. Das durfte ich soeben mal wieder massiv erfahren.Mein alter, elite Laptop der Marke HP Spectre gab
wiederholt seinen Geist auf und nun stehe ich, mit einem “unbeschriebenen Blatt”, einem neuen Computer ausgeruestet vor der Aufgabe, Daten und Programme neu zu installieren. Dabei lerne ich - auch zum wiederholten Male - das Zeit nicht nur eine Quantitaet hat, sonder eine Qualitaet. Was meine ich damit?Es gibt Zeiten, wie wir alle sie kennen, in denen das Leben einfach so daherplaetschert. Alles ist leicht, anmutig und passt geradeso wie es passiert. Dann ziehen Wolken auf,
alles nimmt einen Grauton an und nichts geht mehr!Unsere spontane Reaktion darauf ist meistens die, solche Phasen ignorieren zu wollen. Ja, oft reicht das bewusste Leben nicht einmal in die Wahrnehmung was jetzt tatsaechlich zu tun ist. Dabei sollten wir innehalten, abwarten und Tee trinken. Oder was uns sonst noch “die Zeit vertreibt”. Ist doch immer wieder spannend zu entdecken wie elegant die Deutsche Sprache versteht Zustaende beim Namen zu nennen. Die Zeit vertreiben... Dabei wollen wir sie
ja eigentlich nicht vertreiben, sondern ihre Qualitaet veraendern. Oftmals laesst sich das durch einen Wechsel der aktuellen Gedanken beeinflussen. Dazu muessen wir zunaechst lernen zum Beobachter unserer Gedanken zu werden. Erst dann koennen wir uns entscheiden welche Gedanken wir denken wollen und von welchen wir bevorzugen uns zu verabschieden. Fuer mich selbst, ist das inzwischen zu einem sehr spontanen Prozess geworden. Der persoenliche Geist denkt. Das Bewusstsein wird
auf die Gedanken aufmerksam. Ueberprueft die Qualitaet und leitet, bei Bedarf, einen neuen Gedankenprozess ein.Ausschlaggebend fuer einen reibungslosen Ablauf hier ist und bleibt die eindeutige Identifikation mit dem was wahrnimmt, dem Bewusstsein. Traditionell verstehen wir das Bewusstsein als eine Folge unserer Gedanken. Dabei kann an einer gedankenfreien Wahrnehmung sehr deutlich erkannt werden, dass das Bewusstsein von Gedanken unabhaengig zur freien Verfuegung steht.
Stellen wir uns doch nur einmal vor, wie wir uns verhalten wuerden, stellten wir fest, dass wir, ueber das Bewusstsein mit jedem und allem verbunden sind. Welch wunderbare Vorstellung! Herzlich, Euer Richard C RIckert
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