Liebe/r
Von Tag zu Tag wächst in mir das Gefühl, dass meine eigentliche Entwicklung in der aktiven Wahrnehmung meines Bewusstseins liegt.
Alle
Qualitäten meines Lebens scheinen sich daran zu orientieren.
So nützt es mir, oder einer Person, der ich begegne, wenig, wenn wir uns treffen und ich mich mit meinen Gedanken in einer anderen Zeit aufhalte.
Ich meine die Tendenz, in Vergangenheit oder Zukunft zu stöbern,
während wir körperlich ganz woanders gegenwärtig sein sollten.
Das es Momente unseres Lebens gibt, in denen gerade geschehene, uns stark betreffende Ereignisse nachhallen, bleibt nicht aus und gehört wohl zum natürlichen Ablauf unserer Funktion als Mensch. Wenn jedoch der lebendige Augenblick kontinuierlich von unserer Tendenz zu analysieren, zu vergleichen und zu beurteilen zerstückelt und vernebelt wird,
verpassen wir quasi das, was wir zu Recht Leben nennen.
Nicht etwa, dass das wovon ich spreche etwas höchst Intellektuelles oder Philosophisches wäre. Nein! Es geht um das ganz normale Bewusstsein, mit dem wir unser Leben wahrnehmen.
Obwohl es in seiner Beschaffenheit substanzlos ist,
gibt es uns das, was Wesentlich ist, damit wir überhaupt eine Wahrnehmung haben.
Werden wir uns also darüber bewusst, dass wir bewusst sind, haben wir die Nadel im Heuhaufen gefunden und brauchen von nun an nicht mehr zu suchen, sondern können uns mit der Freude des ständigen Findens beglücken.
Das ist der Grund, warum es heißt:
Lasset die Kindlein zu mir kommen!
Der Schlüssel zum erfüllten Leben ist uns so nahe, ist so einfach, dass es unserem analysierenden Geist – dem wir ja immerhin die Aufgabe uns zu beschützen zugeteilt haben – schwerfällt loszulassen, um wahrzunehmen was wahrnimmt.
Schon in früher gemachten Kommentaren erwähnte ich den Umstand: „Ohne
Bewusstsein keine Welt“!
Tatsächlich ist die Aussage so signifikant, dass es über sie hinaus keine gibt die zu realisieren einen größeren Einfluss auf unser Leben haben könnte.
Von den Werten einer materialistischen Gesellschaft geprägt, liegt uns allen daran unser Leben möglichst
komfortabel und mit großen Freiheiten zu gestalten.
Meine Erfahrung ist, dass diese Ambitionen nicht nur dem Wunsch des egozentrischen Menschen entsprechen, sondern dass es in unserer Natur liegt danach zu streben. Gleichzeitig sind wir als herdenorientierte Wesen so veranlagt, dass ein natürliches Verhalten, das Glück und Wohlergehen Anderer einbezieht, um selbst zufrieden sein zu
können.
Kommen wir diesbezüglich auf die Gegenwart des Bewusstseins zurück, sind die Konsequenzen eines bewussten Lebens so umfangreich, dass sie nicht nur unser eigenes Glück, unsere eigene Erfüllung garantieren, sondern die aller Beteiligten mit einbezieht.
Das ist in seiner Substanz „großartig“!
Was wollen wir mehr!?
Hier eine täglich wiederholbare Übung:
Ich frage mich selbst: „Bin ich jetzt
bewusst?“
Als Reaktion auf die Frage halte ich intuitiv inne. Das gegenwärtige Bewusstsein reflektiert sich selbst, und ich antworte mir mit Selbstsicherheit: „Ja, ich bin jetzt bewusst!“
Dieser Vorgang, so einfach wie er erscheint, ist die Grundlage des Erwachens!
Über die unzähligen positiven Folgen des Erwachens schreibe ich Euch in den kommenden Briefen.
Hier vorweggenommen ein paar der für mich entstandenen Folgen:
Als Grundlage für mein Leben, durfte ich erkennen,
dass es keine wichtigere Beziehung gibt, als die zur Quelle unserer Existenz. Die Quelle, das was atmet und pulsiert, wird wahrnehmbar, wie alles andere auch, durch Bewusstsein.
Ja, erfahrungsgemäß gehe ich inzwischen davon aus, dass diese Quelle das Bewusstsein ist. Das, was ich denke und fühle, nimmt somit Einfluss auf die Welt, in der ich lebe, da diese, genauso wie ich selbst von Bewusstsein hervorgebracht
wird. Das Bewusstsein ist demnach, der Ursprung aller Kreation.
So trug ich mich mit dem Wunsch für eine gute Ausrüstung, um den australischen Kontinent erleben zu können. Da dieser parallel das Schreiben für mich einbeziehen sollte, hielt ich Ausschau nach dem entsprechenden Gespann bestehend aus Fahrzeug und Wohnanhänger.
Mit dem
Vertrauen, dass sich mein Wunsch, unterstützt durch Bereitwilligkeit und Zielorientierung, schon irgendwie einfinden wird, investierte ich mein sehr eingeschränktes Guthaben allein in das Fahrzeug, von dem ich erhoffte, die entsprechende Kraft auf die Straße zu bringen einen Wohnanhänger durch die Natur ziehen zu können. Diesen jedoch auch noch zu erwerben, lag weit jenseits meiner Möglichkeiten.
Wie durch einen
„Zufall“ begegnete ich einem Menschen in meinem Alter, der sich soeben aus einem Wohnwagen zurückgezogen hatte um in ein größeres, komfortableres Anwesen zu ziehen. Ihr Wohnwagen stand nun leer und wartete auf einen neuen Bewohner.
Von sich aus machte sie mir ein Angebot, was mir die Freiheit der zinslosen Abzahlung gibt, und so wohne ich nun schon seit Wochen im fahrbaren Haus meiner
Träume.
Das ist für mich, bei Weitem, nicht das erste Mal, dass mir die Dinge so zufallen wie ich sie mir von Herzen wünsche, muss ich sagen. Sicher jedoch ist, dass wenn wir das Prinzip verstehen, nachdem die Welt funktioniert, dann wird auch für die Erfüllung unserer materiellen Wünsche gesorgt.
Ich bin mir darüber bewusst, dass
diese Aussage große Kontroversen mit sich bringt, schließlich befinden wir uns, aufgrund unserer übertriebenen Ansprüche an Komfort, in einer globalen Phase der Vernichtung.
Dazu darf ich sagen, dass wissend, dass sich das harmonische Zusammenspiel unendlich vieler Interessen nur durch eine bewusste Beziehung zur Lebensquelle entfalten lässt, findet jeder Beitrag auch seine Wirkung. Die Quelle des Lebens selbst,
will mehr leben. Daraus resultieren die unendlichen Formen.
Bin ich mir also dieser Quelle bewusst, gehe ich eine aktive, mein Leben umfassende Beziehung zu ihr ein, wird die Wirkung uneingeschränkt positiv und lebensfördernd.
Ich freue mich darauf in der kommenden Woche
wieder für Dich schreiben zu dürfen.
Von Herzen,
Richard C Rickert