Liebe/r Heute möchte ich Dir von meinem Glück erzählen. Es gibt bestimmte Momente in meinem Leben, an denen mich das Glück besonders regelmäßig
überkommt. So zum Beispiel, wenn ich des Abends ins Bett gehe. Ich muss laut lachen, sowie ich diese Worte schreibe, denn auch das Echo dieses mich überkommenden Gefühls, wenn ich mich in mein einladendes Bett, unter die schafswollenen Decken schiebe, begleitet mich in den Tag. Zur Erklärung könnte man sagen, dass die Verstrickung in die täglichen Anforderungen mit dem Zubettgehen offensichtlich
nachlassen, und somit die Vorfreude auf den Zustand der Erholung im reinen, unbeeinflussten Bewusstsein des Schlafes, an Einfluss gewinnt. Wir dürfen uns also immer auf den Schlaf freuen! Nicht zuletzt müssen wir, unserer Natur entsprechend, wohl deshalb auch schlafen. Als ich heute Morgen erwachte, waren die Fenster meiner mobilen Behausung mit Eis beschlagen. Der gewohnte Blick nach draußen
wurde damit verhindert und ich drehte mich nochmals um. Es dauerte dann nicht lange, nachdem das erste Licht meine Fenster berührte, dass ich dann doch rausschauen konnte. Der Anblick der weiß-gefrorenen, sanft den Hügel hinunterfließenden Weide traf mich so unverhofft, dass ich meine Kamera greifend aus dem Bett sprang, in die Schuhe schlüpfte und anschließend, noch immer im Schlafanzug durch das gefrorene Paradies stapfte. Nachdem ich bisher nur mein Handy einsetzen konnte, um Fotos für Euch zu machen, ist meine Lumix ein Geschenk des Himmels. Aufnahmen, die vorher schlicht unmöglich waren, werden von nun an zum Standard gehören. Nachdem ich also die gewünschten Fotos gemacht hatte, lief ich wieder bergan und erreichte meine warme Bude mit dem Gefühl von Weihnachten in meinem Herzen. Ja, tatsächlich gluckste und strahlte es in mir. „Endlich, so
dachte ich, lebe ich wie es am besten für mich ist!“ Dazu muss ich sagen, dass ich das im Prinzip, mit der Rücksicht auf die Notwendigkeit Geld zu verdienen, schon immer getan habe. Nur jetzt bin ich, nach über fünfzigjähriger Kreativkarriere endlich ganz draußen. Manchmal fehlt mir zwar meine liebevolle, weibliche Partnerin, aber irgendwie bin ich wohl auch ein Eremit. Mit den Fotos schicke ich Euch weitere
Erklärungen und hänge den Kern meiner täglichen Gedanken hintenan. Ein Morgen, in der sich die ewige Seele reflektiert |
Im Schatten des großen, grauen Eukalyptus zeigt die Sonne mein Camp unter dem Waldrand. Es wird Abend. Sobald die Sonne schwindet, lässt die Kälte nicht auf sich warten. Aber ein wärmendes Feuer erlaubt auch den späten Gästen unverfrorene Stunden. Nur wenig später kommt der ganze Zauber des Feuers zur Geltung. Auch die Strahlen der Sonne über den Kronen der Bäume zeigen das Glimmen ihrer mächtigen Quelle. Bei einem Abendessen im Kreise der Familie teilen sich die Freuden der Gegenwart um so leichter. Hier in der Küche unseres gemeinsamen Anfangs, mein Sohn Bernhard, Telline (unsere Adoptiv Tochter) und Maria, meine geschiedene Frau von 30 Jahren. Wir sind nach wie vor Freunde und Geschwister auf der Ebene einer
seelischen Verwandtschaft. Am selben Tisch, Leo (Freund des Hauses seit Kinderzeiten), Johannes, mein ältester Sohn, der heute die Farm als eingefleischter Bauer betreibt. Daneben seine bayerische Bäuerin Regina und Sam, werdender Vater und Partner meiner Nichte Lyra. Und hier der Ausdruck meiner täglichen Gedanken. Ich hoffe dass auch Ihr davon provitieren könnt. Eines ist sicher: Ich kann als Individuum keinen Anspruch auf diese Gedanken stellen. Es ist geradezu, als wenn ich gedacht
würde. Ich habe mich also entschlossen mich selbst und andere weniger zu kritisieren und zu beurteilen. Wer sich selbst bewusst erlebt, weiß wie umfangreich ein solches Unterfangen sein kann. Wozu es aber führt, ist
mehr als erstrebenswert. Dabei muss ich eingestehen, dass dieser Entschluss die kontinuierliche Selbstkritik und das Urteil über andere, auf das Notwendige zu beschränken, nichts Neues ist. Allein die Antwort auf die Frage was das "Notwendige" denn nun ist, könnte ein Buch füllen. Gleichzeitig sind wir damit schon wieder bei dem Thema, was uns beschäftigt. Die folgende Geschichte, haben vielleicht schon einige von Euch gehört. Gerade deswegen möchte ich ihren Wert an ihrem Bekanntheitsgrad messen und sie, auf meine Art, noch einmal vortragen. Es war also einmal eine junge Frau, die sich, gefüttert mit den neuesten Nachrichten der Welt, mit der Bürde trug, nach einer Antwort für die Lösung der
Menschheitsprobleme zu suchen. Sie war soeben auf dem Weg zum Bahnhof ihrer Stadt, als ihr inmitten der über den Vorplatz strömenden Menschenmenge ein in roten Roben gekleideter buddhistischer Mönch auffiel. Mit der Erwartung von einem, der sich mit dem Thema des Lebens ganz zeitlich beschäftigt, Auskunft bekommen zu können, sprach sie ihn an und fragte: „Ach bitte, kannst Du mir sagen was es ist, was uns Menschen
daran hindert in einer harmonischen Welt zu leben?“ Der Mönch wandte sich, über die Frage erfreut, der jungen Frau zu und stellte gleich zu Anfang den Anspruch an sie, ihr eine Frage vorweg stellen zu dürfen. Er fragte: „Wer bist Du?“ Die junge Frau reagierte ein
wenig perplex, konnte sie doch nicht sogleich erkennen in welchem Zusammenhang diese Frage mit der ihren stehen sollte. Sie antwortete: „Ich bin Journalistin, und auf der Suche nach einer fundamentalen Antwort auf meine Frage!“ „Nein, sprach der Mönch, Journalismus ist nur dein Beruf. Wer bist Du?“
Den Zusammenhang erkennend, gab die junge Frau zurück: „ Nun gut, ich bin ein Mensch.“ „Nein, sprach der Mönch, Menschsein ist nur Deine Lebensform. Wer aber bist Du?“ „Ich bin Marita Kochnitz aus Steinfurt, am 27ten Juli 1998 geboren, und auf der Suche nach einer fundamentalen Antwort auf die
Probleme der Menschheit.“: antwortete sie ein wenig ungeduldig, weil sie intuitiv spürte, dass das nicht das sein konnte was der Mönch von ihr erfahren wollte. „Siehst Du, sprach der Mönch, das ist das Problem der Menschheit! Wir wissen nicht wer wir tatsächlich sind.“ <Jetzt hatte sie ihn>, dachte Marita,<jetzt würde er ihr die Antwort geben müssen, welche zu geben die gesamte Geschichte der Philosophie nicht ausreichte.> „Wer dann also bitte sind wir?“ forderte sie ihn heraus. Mit forschendem Blick fühlte sie sich dazu geneigt eine triumphierende Position vor ihm einzunehmen, als der Mönch einen Schritt zurücktrat, in sich hinein lächelte und sprach: „Wir sind das Eine, das Formlose, das Licht des Bewusstseins welches, überall gleichzeitig, sich
in tausend und abertausend kreativen Formen und Farben manifestiert, um sich selbst in seinen unendlichen Aspekten zu reflektieren.“ „Wir sind das, was nie geboren wurde und was seiner Natur entsprechend, jenseits von Zeit und Raum, sich immer wieder, in Relation zum gegenwärtigen Entwicklungsgrad neu erschafft. Wir sind, unserer Natur als Mensch entsprechend, mit der Aufgabe in die Welt geboren, dass zu erkennen,
was wir sind. Und weil wir alle das Eine sind und von diesem einen Bewusstsein gespeist werden, löst sich mit dieser Erkenntnis die Problematik der Menschheit auf. Wir werden geboren, um von unserem Alptraum der isolierten Existenz zu erwachen. Wir sind eine Form des schöpferischen Geistes und dadurch in voller Verantwortung für unsere gemeinsame Zukunft. Ob wir es wissen, oder nicht.“ Damit pausierte der Mönch und
blickte wohlwollend auf seine mit offenen Sinnen vor ihm stehende Gesprächspartnerin. „Was wir sind, das Bewusstsein, brauchen wir nicht zu erweitern, fuhr er fort, es ist bereits überall, in Allem und bringt alles hervor. Unsere Aufgabe ist es, unseren Blick zu erheben, unsere Wahrnehmung zuzulassen, um das was wir sehen als uns selbst zu erkennen. Die daraus folgernde Liebe, erfüllt dann nicht nur kurzfristig
unsere Sinne, sondern bringt uns Erfüllung wie wir sie bisher noch nicht kannten. Jetzt, in der Gegenwart des Lebens!“: endete er, und wandte sich mit einer respektvollen Geste ab, um seinen Weg fortzusetzen. Mir selbst treibt diese Aussage immer wieder die Tränen in die Augen, so sehr
sehnt meine Seele sich danach, diese innere Wahrheit im Umgang der Menschen reflektiert zu sehen. Das Glück was wir meinen, liegt in uns selbst, liegt in unserer wahren Natur! Herzlich, Richard C Rickert |
|
|