Als Sohn eines Tierarztes und seiner tierliebenden Frau, wuchs ich, umgeben von einem Hektar Garten und Wald in Mitten der Natur auf. Lärm war meinem Vater immer ein Graus und dementsprechend geprägt wuchsen alle seine acht Kinder
auf.
Ein Boot also, was mit Geschwindigkeit und viel stinkendem Donnern auf der stillen Oberfläche eines Sees daher braust, ist nicht gerade das was unserer bevorzugten Wahrnehmung Tribut zollt.
Früher, so muss ich uneingeschränkt zugestehen, wäre der Genuss eines solchen Spektakels ein absolutes „NONO“ für mich gewesen. Zu sehr hätte
es dem „heiligen“ Stellewert des Lebenselixiers Wasser widersprochen. Und auch heute haben sich diese Werte selbstverständlich nicht verlassen. Erweitert jedoch hat sich die Akzeptanz der Freude Anderer. Es ist ja nicht etwa so, als hielte sich die Quelle des Lebens irgendwo, über oder gar unter uns, versteckt.
Nein, sie ist, was wir sind!
Sie ist nicht nur das was wir sind, sondern die gesamte greifbare Welt um uns herum. Teilt sich in tausende Formen und Farben um mit sich selbst zu kommunizieren und bleibt dennoch in sich Eines.
In wieweit wir also tatsächlich einen freien Willen haben, der unabhängig von den tausendfach variierenden Einflüssen authentisch individuell bleibt, sei dahin gestellt.
Natürlich würde ich mir den wünschen, um damit den Ball der Selbstverantwortung sicher im Feld des Menschen zu landen.
Wissenschaftlich unterhaltene Studien am Gehirn jedoch, sprechen von Entscheidungen die im Gehirn „Ewigkeiten“ vor der Registration im bewussten Bereich des Frontlappens, also lange bevor wir sie hätten fällen können, getroffen
werden.
Diese offenbar unantastbare Wahrheit wurde entdeckt, als Probanden die im Begriff waren einen Laden zu besuchen, schon Sekunden vorher in ihrem Gehirn, ohne sich dessen bewusst zu sein, entschieden hatten was sie zu kaufen im Begriff waren.
Erstaunlich, um es milde
auszudrücken!
Nun soll uns das natürlich keineswegs in die Lethargie schicken, sondern im Gegenteil, uns darauf aufmerksam machen, wie wesentlich der bewusste Kontakt mit dieser Quelle aller Existenz wirklich auch für unser tägliches Leben ist.
Wir verlieren uns stattdessen in der Geschichte unseres Lebens. Im
Inhalt.
Wie stark würde der sich ändern, wenn wir uns der Quelle allzeit bewusst wären!?
Zurück zur Toleranz der Freude Anderer.
Auch diese ist natürlich wesentlich leichter lebendig zu erhalten, wenn
eine liebevolle Beziehung zwischen den „Grenz-Überschreitern“ und uns besteht.
Wie aber wäre es, würde uns bewusst, dass es nichts, keine einzige Form der Erscheinung in dieser Welt gäbe die tatsächlich von uns getrennt existiert?
Ich denke, dass „bedingungslose Liebe“ vielleicht ein gelebtes Attribut zukünftiger Generationen sein
könnte, denn dieses Bewusstsein haben wir nun die Chance zu erkennen und zu verbreiten.
Mit liebevollem, anteilnehmendem Blick verfolgte ich die lärmenden Kreise des kleinen Bootes in dessen Kielwelle das freudige Gesicht eines meiner Verwandten auf dem Wasser auf und nieder tanzte.
Dankbarkeit scheint mir die erfüllende Basis für alles was geschieht. Und alles was sich positiv verändern soll, scheint mir von der Dankbarkeit des Einzelnen, dem individuell gelebten Leben, abhängig.
Der australische Familienausflug beschenkte mich mit wachsendem Reichtum.
Reich an Beziehung und an Wohlwollen machte
ich mich mit meinen Enkeln auf die Heimreise.