Es ist der gedankenlose Zugang zum eigenen Sein, zum eigenen Bewusstsein.
Diesen Zugang, ohne zu denken wahrzunehmen,
haben wir als Erwachsene durchaus auch. Vielleicht müssen wir, um diesen Zustand zu intensivieren ein wenig üben, aber einmal erkannt, kommt er wie von selbst.
Diese Art der „unbedachten“ Wahrnehmung ist uns also natürlich. Er entspricht unserer eigentlichen Natur und wurde durch das kontrollierte Denken eingeschränkt.
Hier meine tägliche Einstimmung, deren Ablauf ich benutze um der Natur meines unbeeinflussten Bewusstseins nahe zu sein:
Der Morgen ist kalt und der Tau der Nacht liegt schwer auf den Zeltwänden als ich den Reisverschluss des Zugangs öffne. Das erste Licht spiegelt sich auf den Wasser behangenen Halmen der
Gräser und ich spüre eine leichte Scheu meine noch warmen Füße in die Frische der nassen Landschaft zu setzen. Fast ziehen Erinnerungen an vergangene Ereignisse mich zurück in die warmen Decken, als ich spüre wie der Morgen mich ruft, eine neue Chance präsentiert und mir abermals die Möglichkeit gibt den Tag im Sinne des Lebens zu gestalten.
Im Sinne des Lebens?
Der Natur scheint das Zusammenspiel aller Teilnehmer eine tägliche Routine zu sein, während ich es fertig bringe mich außerhalb wie ein Sonderposten zu fühlen.
Schnell greife ich nach den für den Tag benötigten Utensilien als ich das Zelt verlasse und begebe mich an den Ort meiner täglichen Übung.
Der Wechsel der Kleidung ist wie eine Befreiung. Die Nacht fällt von mir ab und ich gleite in die stoffliche Haut für das ersehnte Yoga. Ein Schluck Apfelessig
und eine große Tasse Wasser stimmen meine Organe ein für die ersten gezielten Bewegungen.
Nach dem Ausrollen der Yogamatte lasse ich
Musik aus den Höhen der Berge meine erste Einkehr untermalen und strecke mich kniend in die erste Übung.
Es geht mir um die Überwindung der
Grenzen die mein Körper mir mit zunehmendem Alter zu setzen scheint. Anfänglich waren viele dieser Positionen nur ansatzweise möglich, doch mit geschlossenen Augen fühlte ich mich in meinen Körper hinein und ergebe mich heute ganz in die Möglichkeiten der erweiterten Flexibilität.
Die bewusste Wahrnehmung meines Körpers und damit dessen was ich jetzt und hier bin, ist das erste Ziel des Morgens.
Hier meine täglichen Übungen, in die ich mich
über lange Zeit langsam hereinfühlte. Das sichere Hereinfühlen muss die Grundlage aller körperlichen Erweiterungs-Übungen sein. Man geht bis leicht an die Schmerzgrenze, hält inne und kehrt zurück in die Ausgangsstellung. Man ist der/die man gerade ist, und das ist genau richtig und gut. Wir lieben uns für den/die wir sind!