Hi in dieser Woche erzähle ich über ein auffällige Begebenheit, eine sogenannte Synchronizität, die immer dann auffällig sind, wenn das Ende der "Fahnenstange" erreicht scheint. Das Leben ist nicht Schwarz oder
Weiß Seit Monaten suchte ich über eine australische Plattform im Internet nach dem geeigneten Fahrzeug, um – wie ein Segler auf dem offenen Meer – quer durch den australischen Kontinent fahren zu können. Einmal war es die hohe Anzahl der Kilometer, dann das Alter oder die Ausstattung
des Fahrzeugs die mir nicht zusagte. So sammelte ich langsam eine Anzahl von möglichen Kandidaten, bis ich schließlich nach vielen Stunden, oftmals ergebnislosen Hin und Her‘s ein paar Favoriten herauskristallisiert hatte. Eines Tages buchte ich dann spontan ein Busticket nach Sydney mit dem Entschluss, nicht ohne fahrbaren Untersatz
zurückzukommen. Alles war gut vorbereitet, Reise gebucht, Bett reserviert und los gings. Immerhin dauert es nicht weniger als 8 Stunden um die 450km hinter sich zu bringen. Und dafür gibt es dann auch noch einen Umstieg von Bus auf Bahn. Normalerweise! Dieses Mal sollte es anders verlaufen. Der Umstieg auf die Bahn am Fuße der Blue Mountains in Lithgow, musste von einem Bus kompensiert werden, der uns nach Mount Victoria, ein paar Hundert Meter die Berge hinauf, fahren sollte. Er kam verspätet und war nun mit der Eile behaftet den wartenden Zug im
kleinen Städtchen oberhalb noch zu erreichen. Der chinesische Fahrer gab sein Bestes. Er brauste, mit mir und meinem Gepäck gleich neben sich, durch die Serpentinen als wenn es kein Morgen gäbe. Derweil hielt ich die Luft an und fieberte mit. Es regnete und wie die Berge das so an sich haben, ziehen sich die Wolken da oben zum Nebel
zusammen. Alles was eben noch Licht und Sonne war verschwand. Es wurde kalt, ungemütlich und alles andere als einladend. Schließlich erreichten wir einen kleinen Bahnhof. Da ich auf jeden Fall den Zug erreichen wollte, machte ich noch vor dem Anhalten des weißen Ungetüms in welchem wir soeben angebraust kamen, Anzeichen aussteigen zu
wollen. Der Busfahrer brachte das Monster zum Halten und öffnete die Tür. Ich stieg aus! Außer mir, niemand. Der Bus setzte sich sofort wieder in Bewegung als ich erkannte, das ich im Nirgendwo stand. Der Bahnhof – wenn man das traditionelle Häuschen so nennen konnte – hieß Bell, nicht Mount Victoria. Es lag mitten im Wald und rund um mich herum fand ich nur Regen und Nebel.
So, dachte ich, was soll also hieraus werden? Ich werde den Einchecktermin um spätestens Neun für mein Bett verpassen, umsonst gezahlt haben und die kommende Nacht irgendwo in der Weltstadt, vielleicht in einer Bar verbringen
müssen. Nach zirka 6 Stunden Reise fand ich mich draußen im Nirgendwo, unfassbar. Nur nicht den hoffnungslosen Gedankengängen verfallen, wurde mir klar! Ich sah mich um. Nichts! Dann machte ich einige Schritte aus dem unbefestigten Seitenweg, der zur Bahnhofsplattform führte, zurück auf den Vorplatz und sah in einer Entfernung ein Auto stehen. Bei näherem Hinsehen entdeckte ich den Fahrer am Steuerrad. Die Aufschrift las: Rail Link Transport System. Es war also ein Fahrzeug der Bahn. Ich klopfte an die Scheibe um Aufmerksamkeit zu bekommen. Die Fensterscheibe wurde widerwillig heruntergelassen und ich bemerkte, dass der Fahrer in ein Gespräch mit einer Frau vertieft war. Er ließ sie wissen, dass er später zurückrufe und wandte sich mir zu. Als er auch nur den Ansatz meiner Pleite angehört hatte wies er auch schon auf den Beifahrersitz, entschuldigte sich für die Müllhalde
im Fußraum und nahm mich mit Samt meinem Gepäck an Bord. Auf gings! Und wir tauschten uns locker aus. Seine Frau sei eine Holländerin, meine auch, antwortete ich freudig. Man müsse aufpassen welches Thema man anschneide, kam er heraus, sie sagt immer sofort was sie denkt! Jaja, kam es von mir, was immer es ist, wir sprechen es besser gleich aus, ehe wir ein
Leben im Missverständnis verbringen. Er machte mich noch darauf aufmerksam, dass seine Kommandantur diese Art von Kundenservice strickt verbiete, dass ihm aber meine Situation keine Wahl ließ. Das nenne ich selbstständige Eigenverantwortung. Hochachtung! Für Ähnliches braucht es Menschen die bereit sind sich nicht an Gesetzen durchs
Leben zu hangeln, sondern Eigenverantwortung zu übernehmen, Menschlichkeit zu zeigen und auch mal Drei gerade sein lassen. Wir verabschiedeten uns mit dem Einverständnis, dass das was wir aussenden zu uns zurückkehrt. „Thank‘s a lot, mate!“ (Vielen Dank, mein Freund); und schon saß ich im Zug. Was mir diese Episode mal wieder sehr deutlich zeigte, ist das wir tatsächlich niemals allein sind. Es mag sich nun weit hergeholt anhören, aber was ich tatsächlich erfahre, ist das die Quelle, der Geist der uns lebt, allzeit in uns, durch uns und mit uns tätig ist. Keinesfalls sind wir jemals auf dass
allein gestellt was wir unsere Persönlichkeit nennen. Diese ergibt sich aus unseren Erbanlagen und der Prägung die uns zu Teil wurde und gehört sicher zu dem an uns was am vergänglichsten ist. Ich meine, man kann unseren Gesichtern ablesen was wir als Person durchlaufen haben. Die wenigsten unter uns schaffen es ohne traumatische Falten ins Alter. Was jedoch keineswegs heißt, dass es solche Menschen nicht
gibt. Alle die, welche ich bisher kennenlernen durfte, hatten eine Art Glanz an sich, waren ruhig in ihrer Balance und hatten Liebe zu geben ohne auch nur darüber sprechen zu müssen. Und auch sie zeigten mir wiederholt, dass wir nicht allein sind. Dass die mächtige, unbegreifbare Quelle, der ganze Universen entspringen, sich um jede
Einzelheit bemüht, in jedem Detail vollkommen vorhanden ist. Und das wir Menschen, tatsächlich die kreativen Kräfte der Schöpfung, in Form der Gedanken die wir bewusst als auch unbewusst denken, und der Gefühle die wir nähren, in uns tragen. Die Frage die sich immer wieder stellt, betrifft uns selbst: Wo halten wir uns in Gedanken gerade auf? Nähren wir Zuversicht, oder Zweifel? Geben wir in Dankbarkeit für das Leben was wir erhalten haben, oder fühlen wir uns auf uns allein gestellt und kämpfen gegen den Rest der Welt? Eine indianische Weisheit besagt: In uns leben zwei Wölfe, ein Guter und ein Böser. Es kommt allein darauf an, welchen Du fütterst! Das Leben ist nicht Schwarz oder Weiß. Es hat von allem etwas und ist immer bereit uns gütig zu unterrichten. Das Auto was ich dann
kaufte spielt also kaum eine Rolle. Es sind die Erfahrung des Weges, welche, frei aufgenommen, immer eine positive Lektion für uns bereit halten. |
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