Hi Hier kommt ein weiterer Bericht über meine Reise durch Australien, mein Leben hier und die gedanklichen Inspirationen die zu einem besseren Verständnis des Lebens führen. Leben im
Australischen Busch Was es tatsächlich bedeutet in relativer Isolation zu leben, muss wohl jeder für sich selbst erleben. Eines jedoch ist sicher; es entspricht in einer Weise der menschlichen Natur, wie es wohl in entwickelten Industrieländern nur noch selten zu finden ist. Ich denke hier besonders an die Stille der Nächte und an den Sternhimmel, den man immer dann zu sehen bekommt, wenn man des Nachts doch mal die Augen öffnen muss. Hier auf dem Hof, den ich vor nun vierzig Jahren mit meiner ersten Frau zusammen aufbaute, kommen Menschen aus allen Bereichen der Gesellschaft zusammen. Letzteres darf man
durchaus wörtlich nehmen, finden sich hier doch von hochdotierten Gästen über Rucksackreisende, Rentner wie ich und ein ehemaliger Sträfling wie Collin alle an einem Tisch. Die Mutter meiner vier, inzwischen erwachsenen Kindern, hat es sich zur Aufgabe gemacht auch die aufzulesen, für die woanders kein Platz mehr ist. Natürlich lässt
sich das nur machen, wenn im Gegenzug die Bereitwilligkeit mit anzupacken gegeben ist. Collin ein Halb-Aborigine weiß Marias Qualitäten zu schätzen und beteiligt sich fleißig mit der Hoffnung in ein neues Leben zu finden. Mein Einsatz sollte zwar vorwiegend im Bereich des
Opa-Seins liegen, wird aber auch in der noch immer gut laufenden Töpferei gefragt. Man tut was man kann, und so lasse ich die ein oder andere Energie dort wo sie am meisten gebraucht wird. Eines jedoch lasse ich mir nicht nehmen, gleich ob es sich um Opa-Pflichten handelt oder nicht, und dass ist das Schreiben. Nach den ersten Wochen
habe ich Konstruktion und Anfang für drei Bücher, schreibe diese Newsletter für Euch und arbeite so nebenbei noch an meiner Webseite www.klare-quelle.de Auf Derselben veröffentliche ich die Newsletter an
Euch mit ein bis zwei Wochen Verzögerung, und hoffe so den ein oder anderen Leser damit zu überraschen. Für ein besseres Verständnis, worum es sich bei der Initiative dieses Unternehmens in Mitten des Australischen Innlandes handelt, werde ich Euch diesmal verstärkt Bilder eingliedern, die hier gemacht das aufzeigen, dessentwegen viele einheimische Urlauber
die Anstrengung machen hier raus zu kommen. Denn auch das ist nicht so ganz ohne! Der Weg hierhin führt nach zirka 30 Kilometern Highway, der von Bäumen gesäumt ansonsten kaum Abwechslung bietet, über weitere 10 Kilometer Schotterpiste deren Qualität derzeit sehr zu wünschen übrig lässt.
|
|
Zu den besten Zeiten, kommen sich auf dieser Waldstraße, zwei Staubwolken in Form aufeinander zu rollender Fahrzeuge entgegen. Jetzt aber, heißt es aufgepasst, denn plötzlich ist die Straße weg. Ja, der Regen ist hier so reichlich geflossen, dass die Fluten teilweise nur einspurige Brücken der Straße zurückgelassen haben. Hat
man diese einmal passiert holpert man noch so einige weiter Kilometer durch den Wald ehe man auf diesem recht unerwarteten Platz ankommt.
|
|
Read More
|
Unerwartet, wohl deswegen, weil nach fast dreißig Kilometern Wald das Auftauchen von kleinen, teilweise weiß gestrichenen Lehmhäusern Eindruck macht. Das Einkommen was diese Oase unterhält setzt sich aus den verschiedenen Bereichen zusammen die hier mit gemeinsamen Kräften betrieben werden: Es gibt zwei Campingplätze speziell für Menschen die nach Stille suchen und die reichhaltige Vogelwelt bestaunen wollen. In der Hochsaison um Ostern werden viele Betten an zahlende Gäste vermietet.Ein Cafe mit Restaurant Angebot sorgt für die Verköstigung der Gäste. In der Töpferei, welche damals wie heute den Grundstein für das Leben hier stellt, werden handgemachte und bemalte Terracotta
Waren hergestellt, die dann über den dazugehörigen Shop angeboten und verkauft werden. Die Nachfrage für Kultur ist in Australien immer noch groß! Mein ältester Sohn Johannes ist am liebsten Farmer und kümmert sich um 200 Stück Großvieh, ein paar Schafe und ein halbes Dutzend Pferde. Aber er hat auch im Cafe die Dinge zu richten wenn sein Geschick gebraucht
wird. Bernhard, der Zweitälteste ist Zimmermann und baut an allen Ecken und Enden. Im Hintergrund arbeitet
meine Tochter Eva als Rechtsanwältin und hält vertraglich alles zusammen. Adoptivtochter Teline lebt mit ihrer Tochter im nahegelegenen Ort und
macht heute ihr eigenes Ding.
So haben sich alle in ihr persönliches Schicksal eingefügt, während ich zunächst in Deutschland bemüht war mich als Künstler zu etablieren. Den Zahn
habe ich mir selbst schon nach wenigen Jahren gezogen, fiel doch mein geliebtes Arbeitsmaterial unter den Deckmantel: „Ja, einen Töpferkurs habe ich auch schon mal belegt!“ Zudem lassen sich Künstler am besten verkaufen, wenn ihr Ego groß genug ist sich in den Vordergrund zu drängen. Wobei ihre Arbeiten den größten Wert erst dann erreichen, wenn sie verstorben sind. Nein, an einem solchen Markt wollte ich nicht mitwirken. Außerdem hatte ich es Leid von der Hand in den Mund zu leben. Das künstlerische Wirken des Menschen hat zwar einen hohen Rang das Wohlbefinden der Gesellschaft betreffend, wird aber, wie so vieles Andere auch, nur sehr schlecht honoriert. So wandte ich mich den Keramik-Zisternen zu, die ich vorher schon sehr erfolgreich in Australien produziert hatte. Einige von Euch mögen sich fragen wie es dazu kommen konnte dass ich meine Familie in Australien zurückließ. Und natürlich muss das gewissermaßen eine traumatische Geschichte haben. Während ich, verständlicher Weise, ungern auf Details eingehe, möchte ich dazu doch soviel sagen: Mein persönlicher Drang zur Freiheit hat mein Leben dominiert noch ehe ich zur Schule ging. Das war durchaus nicht immer leicht, wie ihr Euch vielleicht denken könnt. Nicht anpassungsfähig zu sein stößt in einer eng verflochtenen Gesellschaft auf große Widerstände. Als dann der
„Kalte Krieg“ in Europa seinen Höhepunkt sah, machte ich mich mit meiner kleinen Familie nach Australien auf. Hier waren dann zwanzig
schwere Arbeitsjahre ins Land geflossen, als mir auch hier die Zwänge über den Kopf wuchsen. Mein Leben für materielle Gewinne zu geben war ich nicht bereit!
Das Erbe meiner Kinder war in meinen Augen durch den Übertrag einer fast 5000 Hektar großen Farm gesichert, und für uns alle hätte damals eine Reise über den Kontinent angelegen, anstatt des nun schon so lange andauerndem „schaffe, schaffe
Häusle bauen“. Das jedoch schien unverhandelbar und somit verließ ich kurzer Hand die Szene. Da wir, meine erste Frau Maria und ich, unsere Wurzeln aber schon früh im spirituellen Wachstum der Seele verankert hatten, verstehen wir uns auch heute gut, akzeptieren die Entscheidungen des Anderen und können entspannt miteinander umgehen. Die Kinder, damals schon fast alle erwachsen, haben ihren Bereich der Verwirklichung gefunden und sind mehr als unabhängig.
Das letzte Quartal meines Lebens hat begonnen. Ich weiß was meine Aufgabe ist und ich erfülle sie gern. Alles ist so, wie es besser nicht sein könnte. Und das, was mich zentral erfüllt, ist
dieser Kontakt mit Euch, diese Möglichkeit dass, was mich schon immer bewegt hat, zu teilen. Das Leben ist niemals eine stagnierende
Angelegenheit. Auch wenn es uns scheint, als bewege sich nichts, das Leben ist immer im Fluss der Veränderung.
So werden in jeder Sekunde um die zehn Millionen Zellen neu geboren um die gleiche Anzahl abgestorbener Zellen zu ersetzen. Wir sind eine fließende Erscheinung, keine Stagnierende. Die wahre Konstante des Lebens ist die „Veränderung“! Pflichten wir dieser bei, ist die Erfüllung unseres Lebens nicht weit. Das Einzige was es gilt mit immer größerer Ausprägung zu entwickeln, ist die Bereitschaft uns selbst, oder das was wir für uns selbst halten, zu überwinden. Ja, ein wenig Mut sollte man haben, dann fließt es besser. Denn es sind die Momente des Fließens welche die Erfüllung bringen. Und der Mut kann erarbeitet werden indem wir das persönlich kennenlernen, was unser Leben in die Gegenwart erschafft. Auf einmal erleben wir, dass wir nicht
allein sind, das eine größere Macht das Ruder hält und uns zuspielt was wir, um besser Leben zu können, brauchen. Jeder Atemzug…………..ich meine, jeder Atemzug kommt aus dieser Kraft des Lebens. Er gehört nicht uns im Sinne der Kontrolle. Er kommt als Geschenk des Lebens. Hält man ihn an, so merkt man schon sehr bald, welch unbändige Kraft dieses Rad in Bewegung hält. Genauso ist es mit den Abläufen unseres täglichen Lebens. Sie mögen uns die Illusion der Normalität vermitteln. In Wirk-Lichkeit jedoch bewegen wir uns auf einem gigantischen Raumschiff welches durch die Weiten des
Weltalls sich um die Sonne bewegt. Und nicht das diese Sonne stillstehen würde, auch sie fliegt mit großer Geschwindigkeit durch den endlosen Raum. Dabei sind die Funktionen unseres Körpers so umfangreich, dass Neurologen die mit Gehirnforschung beschäftigt sind, die Aussage machten, dass die Funktionen eines Gehirns in jedem Augenblick so komplex sind, wie die Funktionen des gesamten
Universums. Mit anderen Worten: „ Was wir sind, liegt jenseits unseres Fassungsvermögens!“ Vertrauen wir uns also dieser gigantischen Kraft an, erwachen, und teilen die Freude die dabei entsteht mit denen, die es noch nicht wissen. |
|
|