Hi Die Stille ist wie ein Sog……………. Auf den „Kulturschock“ kann man warten, und er stellt sich ein, ob man will, oder
nicht. Aber vielleicht bezeichne ich diesen „Schock“ ja gar nicht richtig, denn die Lebensweisen ähneln sich in westlichen Ländern doch verblüffend. Der Körper verlangt nach Erlebnis, und dementsprechend werden die Güter mit allen Sinnen konsumiert. Das bringt diesen Aspekt der Kultur schon auf den Punkt. Doch ist da natürlich noch
etwas Anderes, etwas ganz Anderes. Die Natur! Von der gibt es hier in Australien, für die Aufnahmefähigkeit eines
West-Europäers, ausreichend um die Sinne zu überfluten und das Herz dauerhaft zu erfrischen.
Gemessen an der Wirk-Lichkeit, (ich liebe es dieses Wort in seine Bedeutungsstruktur zu trennen), besteht Materie ja nun mal aus mehr „Nichts“ als aus „Etwas“. Das will ich gleich hier
nochmal näher beleuchten, obwohl ich das sicher schon wiederholt getan habe, und auch immer wieder tun werden, so faszinierend ist die Wirklichkeit. Die moderne Physik lehrt uns, dass die Welt, die wir als materiell wahrnehmen, zu 99,99999% aus Raum besteht, also aus dem, was wir als Nichts bezeichnen. Die restlichen 0,000001% sind zwar sogenannte Teilchen, aber selbst diese sind „schwingende Energie“. Für die unter uns, die bei der Übertragung dieser Fakten in die Welt der Wahrnehmung Angst bekommen, sei zur Beruhigung gesagt, dass wir diese Welt deswegen trotzdem als real ansehen dürfen und geradezu dazu verpflichtet sind uns in ihr zu
bewegen. Jedoch sei gesagt, dass der Wirk-Lichkeit entsprechend die Substanz der „materiellen“ Welt tatsächlich mehr einem Gedanken, mehr einem Traum entspricht, als dem wofür wir sie halten. Immerhin geht es auf unserer Lebensreise ja darum, das zu erkennen was uns zu dem macht was wir sind, zum Menschen! Dabei müssen wir wohl in den Vordergrund stellen, dass wir dieses „Menschsein“ als Geschenk bekommen haben. Oder zumindest keinen Beitrag dazu leisteten, dass wir uns dazu entwickelten. Das Herz schlägt und der Atem fließt ein und aus, ohne dass wir auch nur das
Geringste dazu beitragen. Das der Körper durch Entwicklungsphasen läuft, uns zwar von der Geburt bis zum Tod, ist uns nichts Neues. Um so mehr aber sollte uns interessieren was es ist, was unseren Körper belebt. Nicht das, was ihn funktionieren lässt, sondern das, was in grundsätzlich belebt. Hier stoßen wir in unserer Suche sehr
schnell auf einige Wahrnehmungen, die da wären: Ohne Bewusstsein keine Welt, kein Leben, keine Wahrnehmung! Ohne die Energie des Herzens, kein Puls, keine Zirkulation und somit keine Sinnesbildung! Ohne Atem, kein Leben!
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Und damit bin ich bei der Stille, der wir uns zuwenden sollten, wollten wir auch nur das Geringste dieser Qualitäten mitbekommen. Die Stille ist zwar die durchaus hörbare Instanz eines jeden Raumes, egal wo wir uns aufhalten, sei es im dicht
besiedelten Europa, oder in den Wüsten der Welt, jedoch ist es für den ungeschulten Geist auffällig viel leichter die Stille an einem Rückzugsort wahrzunehmen, als es das ist im Verkehrsgetümmel einer Hauptstraße. Und hier mein Schwärmen über die australische Natur. Sie nimmt mir die Notwendigkeit meiner Phantasie freien Lauf lassen zu wollen, um dem Zustand des „Seins“ Nahrung zu geben. Fantasie und Wirklichkeit verschmelzen zu einer vereinten Wahrnehmung. Die Natur macht überdeutlich, dass sie einer traumhaften Realität entspringt. Sanft und voller
Hingabe bewegen sich die Blätter der Bäume im Wind, der sie seit Jahrmillionen liebkosend bewegt, das ganze Jahr über vom Aste löst, und sie in wirbelnden Kreisen zu Boden fallen lässt. Die Farben haben meist einen leichten Grauton im Grün und machen somit den Traumcharakter noch leichter wahrnehmbar.
Nicht von Ungefähr sprechen die Eingeborenen des Landes, die Aborigines, von ihrer Herkunft als Traumzeit. Nicht das ich auch nur im Geringsten andeuten möchte, dass dieser Ausdruck der Natur dem in Europa überlegen ist! Nein, im Gegenteil! Die Natur in Europa, sieht man sie denn mit der Präsenz des Augenblicks, ist genauso exotisch,
ist genauso zauberhaft. Ich liebe die Natur wo immer ich ihr begegne!
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Nur zulassen muss man sie, um ihrer habhaft zu werden. Und habhaft werden kann man ihrer durchaus, denn wir sind selbst nichts anderes als das, was uns
hervorbringt, Natur. Ja, hierin liegt sogar gewissermaßen der berühmte „Springende Punkt“. Um uns selbst näher zu kommen, müssen wir dem näher kommen, was wir sind, der Natur! Nun wird dieses Bestreben nicht gerade von jeder Umgebung gefördert. Viele davon sind eben Menschen gemacht. Und doch sind wir Menschen in uns selbst schon ganz
(whole/heil/heilig)! Wir tragen das Natürliche in uns und brauchen uns ihm nur zu öffnen. Dazu sollten wir bereit sein, die Vergangenheit zu vergessen, und auf die Zukunft zu verzichten. Ein Schritt der in die ewige Gegenwart führt. Genau an den Ort, aus dem wir kommen, in dem wir leben, und an den wir immer wieder zurückkehren dürfen. Die Stille, das
sogenannte „Hintergrund-Rauschen“, ist mit uns, egal wo wir uns aufhalten, und wir können lernen es zu hören und zu unserer Grundlage der Wahrnehmung zu machen. Unter der Bezeichnung Tinnitus wird dieses Rauschen als Krankheit deklariert. Es ist jedoch eine der vielen Verbindungsmöglichkeiten zu unserer eigenen Natur, die wir haben, um eine gute Balance und ein ausgeglichenes Wesen zu
fördern. So nahm ich, nach einem längeren Besuch bei meinem Sohn Bernhard, der in Mitten eines von Bäumen und Felsen gesäumten Tales lebt, einen längeren „Walk“ über einen der vielen Trails die hier durch die Wildnis führen. Jeder Schritt, ein Schritt weg von dem was
menschlichem Einfluss entspringt. Ein jeder Blick in eine uralte Welt, in der selbst die lebenden Bäume das Alter der Äonen widerspiegeln. Stille und nochmals Stille. Hin und wieder unterbrochen von Rufen der Vögel, deren Sprache an diese Ewigkeiten angepasst zu sein scheint. Und dann, wie aus den Nichts, Ziegen die friedlich grasend inmitten des Waldes ihr nun üppiges Leben verbringen. Ja, üppig. Es hat geregnet und der Segen von oben wurde von Allem willkommend aufgenommen. Von der Erde so sehr wie von allen
Pflanzen, Tieren und Menschen. Und würde eines dieser Geschöpfe fehlen, wären die Anderen nicht so zahlreich vorhanden. Diesem Prinzip der Natur widersprechen wir Menschen in unserer Verhaltensweise zutiefst. Wir geben nur soviel wir müssen, weil wir dem Glauben an Mangel verhaftet sind. Wir fühlen uns im Allgemeinen getrennt von unserer
Natur, getrennt von anderen Mensch, und manchmal sogar getrennt von uns selbst. Wir identifizieren uns mit dem, was denkt und glauben allein das zu sein. Aber noch bleibt uns die Chance uns aufs Neue zu verbinden, aufs Neue zu lernen und endlich heimzukehren in den Schoß dessen was wir wirk-lich sind! Herzlich, Richard C Rickert |
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